Gemüsebeet anlegen

Resteverwertung

Wir haben eine Idee! Unser Garten hält viele Materialien bereit: der umgefallene Nussbaum wurde zu einem Häckselberg geschreddert. Ein riesiger Asthaufen wurde ebenfalls geschreddert und hat auf dem Rasen durch die Jahre eine runde, kahle Stelle hinterlassen. Alte Ziegel sind vorhanden. Alte Komposterde liegt bereit. Was liegt also auf der Hand? Wir gestalten mit den Materialien ein erstes Gemüsebeet nach der „Back to Eden“-Methode. Eigentlich legt man ein solches Beet im Herbst an, damit es bis im Frühling zur Bepflanzung bereit ist. Wir machen trotzdem einen Versuch und schauen, was daraus im Verlauf des Jahres entsteht.

Gärtnern für Faule?

Da wir nicht viel Giesswasser zur Verfügung haben, möchten wir mit der Back-to-Eden-Methode erreichen, das möglichst viel Wasser in der Erde gehalten wird. Durch eine dicke Häckselschicht soll der Boden also vor Austrocknung bewahrt bleiben und viele weitere positive Aspekte sollen sich daraus ergeben. Durch die Abdeckung mit Häcksel soll das Bodenleben wieder aktiviert werden. Da seit einigen Jahren sehr wenig organisches Material zur Verfügung steht, hat es aktuell eher wenige Regenwürmer im Boden. Der Boden ist leicht verdichtet und mehr unterirdische Aktivität würde ihm sicher nicht schaden.

Back-to-eden-Methode

Ich bin dank diesem Film auf die Methode gestossen. Bei der Methode wird eine Annäherung an einen Waldboden imitiert: im Wald ist durch den natürlichen Belag aus Blättern, Todholz und weiterem organischen Material stets eine Mulchschicht vorhanden. Diese hält den Boden gleichmässig feucht, belebt, locker und gedüngt. Im Gemüsebeet sollen diese Effekte durch eine Mulchschicht mit Häcksel erreicht werden.

Schritt für Schritt

 

  1. Als erstes nehmen wir alle groben Ästchen vom kahlen Fleck und schichten den grössten Teil in der Mitte auf. Dieser „Scheiterhaufen“ soll am Schluss wie ein Minikompost das Beet mit Nährstoffen und organischem Material im Zersetzungsprozess versorgen.
  2. Wir verbrennen die groben Äste und bringen diese Asche in einem späteren Schritt wieder auf das Feld aus.
  3. Wir entscheiden uns das Beet rund zu gestalten (5 Meter Durchmesser), da einerseits der Fleck im Rasen diese Form vorgibt und andererseits erscheint uns die Beeteinfassung mit den Ziegeln in runder Form besonders ansprechend.
  4. Somit stechen wir rund um das Beet einen kleinen Graben aus, um die alten Ziegel als Rasenkante einzugraben. Dabei achten wir darauf, dass sich die Ziegel überschneiden und keine Lücken entstehen. So wächst das Gras in Zukunft nicht so schnell wieder in das Gemüsebeet hinein.
  5. Auf die runde Beetfläche legen wir nun unbedruckten Karton und Zeitung aus. Diese Schicht lässt das verbleibende Gras absterben und verhindert, dass sich das Gras gleich wieder im Beet ausbreitet. Leider haben wir nicht genug Material, um das ganze Beet zu belegen. Aber durch den jahrelangen Lichtmangel ist in der Mitte des Beetes aktuell sowieso kein Bewuchs mehr (wie viele Wildkräuer- und Grassamen liegen für die Keimung bereit?).
  6. Auf diese Schicht folgt nun eine Schicht der sehr alten Komposterde.
  7. Auf die Komposterde verteilen wir in einer Schichtdicke von minimal 10 cm den Häcksel.
  8. Setzlinge werden in die Erdschicht gesetzt und mit dem Häcksel locker umfasst. Für direktes Ansäen wird die Häckselschicht zur Seite geschoben.

Wir sind gespannt, wie sich das Beet entwickelt!

Wichtig

Der Häcksel darf nicht eingearbeitet werden, da sonst die Zersetzung zu schnell abläuft: Bei der Zersetzung wird der Erde Stickstoff entzogen. Es würde beim Einarbeiten folglich leicht zu einem Stickstoffmangel kommen. Die Schicht soll also locker über der Erde liegen. Die Schicht muss möglichst dick sein, so dass sie den Boden schützt und das Aufkommen von Wildkräutern unterdrückt. Ist die Schicht zu dünn, was man oft sieht, erfolgen die positiven Effekte nicht.

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