Insektensterben

2017 ist in vielen Medien die Studie „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“ genannt worden, öfter mit dem Medienwirksamen Begriff „Insektensterben“. Die Studie belegt, dass – wie der Name der Studie bereits verrät – in den letzten 27 Jahren die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten über 75 Prozent abgenommen hat. Dies sind – nicht nur aus meiner Sicht – beängstigende Neuigkeiten. Da ich keine Biologin bin, lässt es einem die Auswirkungen auf unterschiedlichste Gebiete nur erahnen. Aber selbst dieser Blick eines Laien erscheint unheimlich bedrohlich: Insekten als Nahrungsgrundlage für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Insekten als Gesundheitspolizei. Insekten als Bewohner und Produzenten des Humus. Insekten als Bestäuber. Insekten als Wunderwesen, man denke nur an die bezaubernden Falter und Schmetterlinge. Was geschieht, wenn diese in so hohem Masse verschwinden?

Hier der Link zur Studie. Empfehlenswert ist der Abschnitt „Discussion“.

Macht man sich bewusst, dass in der Studie nur Schutzgebiete monitoriert wurden, so kann sich wohl jeder selber ausmalen, wie es in Gebieten der konventionellen Landwirtschaft um die Insektenfauna bestellt ist. Im Übrigen formuliert die Studie laut NABU noch keine Gründe über den dramatischen Rückgang. Da sich neben den Schutzgebieten jedoch zumeist Anbauflächen für konventionellen Landbau befinden, kann die Ursache „Pestizide“ etc. zumindest stark in den Fokus gerückt werden. Besonders störend: die Landwirtinnen und Landwirte, welche ihre Flächen direkt neben Schutzflächen bewirtschaften, müssen, so weiter im Bericht der NABU, bisher keinerlei Bedingungen zugunsten der Schutzflächen einhalten.

Als Gärtnerin gehören für mich die Insekten zum Gartenerlebnis dazu. Alles was krabbelt, kriecht, fliegt und wühlt wird voller Faszination beobachtet und immer drängt mich die Frage: Was ist dessen Aufgabe im System des Grossen? Wie in jedem Jahr möchte ich sie wahrnehmen: die Fauna in meinem Garten. Aber in diesem Jahr noch ein wenig intensiver. Und immer in der Stillen Hoffnung, dass meine Enkel nicht meine Fotos benötigen, um zu recherchieren, wie ein Marienkäfer ausgeschaut hat…

Ebenso bin ich gespannt beim Einlesen zu erfahren, was man als Gärtner und Geniesser zur Unterstützung der Insekten alles im kleinen Rahmen tun kann. Ich hoffe, dass ich den einen oder die andere damit etwas anstecken kann.

Was kann jeder tun?

Hier schon einmal einige Empfehlungen unter anderem aus dem Buch „Der Naturgarten“:

Im Garten:

  • heimische Bäume, Sträucher und Stauden bevorzugen
  • Flächen sinnvoll nutzen: eine Wildblumenwiese anstatt Rasen, eine Mauer mit Efeu überwuchern lassen etc.
  • Kostbare Biotope zulassen/fördern: Steinhaufen, Totholzhaufen, offene Sandflächen
  • Im Jahresverlauf die Insekten nicht vergessen: Überwinterung (Stauden erst im Frühjahr schneiden), ganzjährig blühende Nahrungsquellen, Unterschlupf und Nisthilfen
  • niemals Insektizide oder sonstige Gifte verwenden

Allgemein:

  • Keine Produkte aus konventionell Hergestellter Produktion kaufen, sondern Gemüse, Früchte, Milchprodukte, Fleisch, kosmetische und Haushaltsprodukte aus biologischer oder biodynamischer Produktion kaufen.

Internet:

Buch:

  • Der Naturgarten, Bärbel Oftring, blv, 2013

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