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Wildbienenhaus gemeinsam bauen

Wildbienenhaus gemeinsam bauen
Wildbienenhaus gemeinsam bauen 1

Unser Insektenjahr
Genau vor einem Jahr haben Sascha und ich uns entschieden einen Basteltag für Insektenhotels zu planen. Dieser hat im Sommer 2018 stattgefunden und ich möchte davon berichten. Die Kapitel werden sein:

  1. Woher erhält man das Material für die Wildbienenhäuschen?
  2. Welche Vorbereitungen muss man für den Tag treffen, damit man auch in kurzer Zeit ein tolles Ergebnis erreicht?
  3. Welche Arbeiten eignen sich für Kinder, welche müssen von Erwachsenen übernommen werden?
  4. Zu welchem Zweck dient so ein Hotel und wo stellt man es auf?

Nebenbei erzähle ich euch über wichtige Punkte, die ihr für den Bau beachten müsst, damit das Wildbienenhaus auch erfolgreich besucht wird.

Der Tag war aus meiner Sicht ein voller Erfolg und ich bin sehr dankbar für das rege Interesse und die schöne Stimmung, die wir erleben konnten. Mit diesem Bericht rege ich gerne andere dazu an, auch solch einen Schwerpunkttag zu organisieren: es lohnt sich!

1. Woher erhält man das Material?

Gut, haben wir im vergangenen November mit den Vorbereitungen für den Basteltag begonnen. Wenn man einige Häuschen aufs Mal bauen will, dann benötigt man wirklich sehr viel Material. Natürlich muss es auch nicht das Ziel sein, die Häuschen schon komplett zu füllen, denn es kann sich sogar lohnen, das Haus Jahr für Jahr „auszubauen“ um einer wachsenden Population Platz zu bieten. Da die Lebenszyklen von Wildbienen auch über zwei Jahre andauern können, sind gewisse Nist- und Überwinterungsplätze länger besetzt. Es muss also nicht das Ziel sein Material für die Vollbesetzung zu organisieren, sondern es ist auch eine schöne Sache, wenn die Häuschenbesitzer über längere Zeit immer wieder einmal das Wildbienenhäuschen bestücken können und sich dann aktiv damit beschäftigen. Da wir bei der Materialsuche nichts stehlen oder der Natur ungünstig entnehmen wollten, ist es gut, wenn man früh mit Sammeln beginnt. Der Winter und das Frühjahr sind dafür gute Jahreszeiten.

Wir haben uns entschieden, dass wir für die Häuserhülle alte Weinkisten benützen. Diese ergänzt mit einem Dach und einigen Brettchen zur Unterteilung sollen das Grundgerüst bilden. Wir haben in Weinhandlungen nach Kisten gefragt und auch eine Schenkung erhalten. Ebenso haben wir aus dem Bekanntenkreis einige Weinkisten geschenkt bekommen. Weinkisten sind heutzutage beliebt und es lohnt sich, sich bei einigen Weinhändlern telefonisch zu melden, um nicht zu viele erfolglose Touren zu starten. Für die Dächer haben wir eine Schenkung von zugeschnittenen Brettern von einem Freund mit eigener Werkstatt erhalten. Wir haben die Dächer mit Dachpappe verstärkt, somit ist es nicht so relevant, welche Art Holz wir für die Dächer genommen haben (es ist der Witterung nicht ungeschützt ausgesetzt). Aber stabil genug, um das Gewicht der Dachpappe zu tragen, muss es sein.

In vielen grossen Gärten stehen dekorative Gräserstauden, welche mühsam zu schneiden sind. Somit sind die Besitzer*innen meist froh, wenn man fragt, ob man im Frühjahr die Grashalme schneiden darf 🙂 Die Grashalme haben im Innern eine Füllung aus weichem Mark. Dies muss beim Bau der Nisthilfen noch entfernt werden. Das Schilf hingegen ist von Natur aus hohl. Dafür sind die Grashalme – je nach Art und Grösse der Staude – sehr stabil und ähneln in der Festigkeit sogar dem Bambus.

Eine gute Möglichkeit an Schilf zu gelangen ist, bei der Gemeinde, welche ein Biotop pflegt, anzufragen, wann sie dieses schneiden. Wir haben auch entlang eines Flusses im Frühjahr Schilfhalme geschnitten. Dabei unbedingt eine gute Rebscheren mitnehmen, damit der Schnitt leicht von der Hand geht und das Halm nicht zu sehr quetscht. Als Transporttasche haben wir eine grosse Mehrwegtasche vorne und hinten aufgeschnitten, um die Halme als grosses, kompaktes Bündel nach hause tragen zu können. Die Blütenstände unbedingt schon am Schnittort zurück lassen, damit sich das Schilf versamen kann. Da die Schilfrohre als Überwinterungsplätze dienen, sollten die Halme erst nach den letzten Frösten geschnitten werden. Ebenfalls ist es für die Gesundheit der Pflanze wichtig, dass die Halme erst im Frühjahr geschnitten werden: ansonsten dringt Wasser in die Schnittstellen ein und es kann zu Fäulnis in der Wurzel und somit zum Tod der Pflanze kommen.

Wildbienenhaus gemeinsam bauen 5

Auch Bambus trifft man heutzutage in vielen Gärten an. Es gibt unglaublich viele Arten und es eignen sich solche Bambus-Stäbe, deren Durchmesser nicht grösser als 1 cm sind. Wir durften in mehreren Gärten schneiden bzw. haben ältere Stäbe geschenkt bekommen. In einem Garten durften wir einen wunderschönen Bestand von 5 Meter hohen Bambusstäben etwas schmälern: leider sind die Stäbe jedoch im Durchmesser zu dick und wir werden sie mehrheitlich für andere Gartenbauzwecke verwenden. Es ist eine wirklich beeindruckende Pflanzenart!

Das Holz, in welche die Nistlöcher gebohrt werden, muss einige Kriterien erfüllen. Es ist wichtig diese Kriterien wirklich ernst zu nehmen, um eine gut funktionierende Nisthilfe bauen zu können. Beim Holz muss es sich grundsätzlich um hartes Laubholz handeln, das unbehandelt ist. Es eignet sich beispielsweise das Holz der Buche oder von verschiedenen Obstbäumen sehr gut. Nadelhölzer sind aufgrund des hohen Harzgehaltes nicht zu verwenden: Wildbienen meiden es, um sich daran nicht die Flügel zu verkleben. Das Holz sollte gut abgelagert sein, damit sich beim weiteren Trocknen nicht Risse bei den Nistlöchern bilden und die Nisthilfe damit unbrauchbar wird.
So lohnt es sich, sich früh in der Nachbarschaft oder dem Freundeskreis umzuhören, ob in den letzten Jahren ein Baum gefällt wurde und in einem Schuppen noch ein paar Stücke auf weitere Verwendung warten. Ebenso kann man vielleicht ein paar Scheite Brennholz aus einem älteren Bestand erhalten. Auch Hartholzreststücke aus einer Werkstatt oder Schreinerei eignen sich prima zur Verwertung. Natürlich müssen sie eine gewisse Dimension aufweisen, damit die Nisthilfen noch in sinnvoller Länge (5 – 10 cm) hinein gebohrt werden können.

Für den weiteren Bau des Hotels benötigt es diverse Kleinmaterialien, welche man im Vorfeld sammeln kann: Holzleim, Malerband, Schrauben, kleinere Holzstücke (Befestigung Etagenbretter), Maschengitter, evtl. Dachpappe.

2. Vorbereitungen für den Basteltag

Einladung – Wer soll kommen?
Wir haben einen persönlichen Brief per Mail an Freunde versendet, welche einen eigenen Garten oder einen Balkon besitzen. Wir haben uns bei der Anfrage an diejenigen Personen gewendet, welche Zeit, Freude und Platz für die Betreuung eines Wildbienenhauses haben könnten. Es ist wichtig, dass das Wildbienenhotel von einer gewissen örtlichen Konstanz profitieren kann: Der Standort der Nisthilfe sollte möglichst nie verändert werden. Die Bienen suchen sich schliesslich dort die Nistplätze, wo es im Umfeld die nötigen Ressourcen hat, damit die Brut nach dem Schlüpfen auch überleben kann. Platziert man die Bienenbrut also plötzlich an einem anderen Ort, geht man das Risiko ein, dass die Bienen nach dem Schlüpfen zum Beispiel an Nahrungsmangel sterben. Dies wird umso verständlicher, wenn man weiss, dass es hochspezialisierte Wildbienenarten gibt. Einige Bienen haben sich zum Beispiel auf Glockenblumen spezialisiert und können ohne diese Trachtpflanze nicht überleben. Auch unbedingt zu beachten gilt, dass man im Winter das Haus nicht an einen warmen Ort o.ä. zwischenlagern darf. Die kalte Jahreszeit gehört zum Zyklus der Bienen dazu und man tut ihnen mit Wärme keinen Gefallen. Deshalb haben alle Freunde und Freundinnen mit Garten, Schrebergarten, Balkon etc. Emailpost von uns bekommen. Hier als Beispiel der Text:

Beispielbrief

Insektenhotels basteln

Liebe Freundinnen und Freunde
Sascha und ich haben uns vorgenommen uns in diesem Jahr etwas genauer mit den Insekten zu beschäftigen. Wie ihr vielleicht aus den Medien gehört habt, steht es um die Bestände der Fluginsekten nicht gut und auch der Rest der Insektenwelt wird es wohl ähnlich schwer haben.
immer wieder ist die Rede, dass jeder etwas gegen das Verschwinden tun kann.

Unser Beitrag ist deshalb unter anderem, dass wir euch zu einem Basteltag einladen möchten. Wir basteln zusammen Insektenhotels, besser gesagt Nist- und Überwinterungshilfen für Solitärbienen.
Ziel ist, dass jede Partei das eigene Hotel bastelt und im Garten bzw. Dem Balkon installiert.

Habt ihr Lust und Zeit? Tragt euch hier im Doodle ein, wir schauen dann, welcher Termin beliebter ist:
https://doodle.com/****

Sascha und ich haben schon einiges an Material gesammelt. Trotzdem werden wir die Insektenhotels nicht ganz mit Material füllen können (man kann die Hotels immer selbstständig befüllen). Falls ihr Zugang zu Bambus, gut getrocknetem Hartholz (keine Nadelhölzer), Grashalmen, Schilf, leeren Schneckenhäusern oder ähnlichem habt, nehmt diese am Basteltag mit.

Wir haben leere Weinkisten gesammelt, welche wir als Gehäuse zum Befüllen verwenden. Die Masse sind ungefähr klein 34 cm hoch x 27 cm breit, sowie gross 50 cm hoch und 33 cm breit, die Tiefe ist jeweils ca. 17 cm. Benötigt ihr ein Dach als Regenschutz auf dem Insektenhotel oder könnt ihr das Hotel bestenfalls regengeschützt aufstellen? Bitte gebt im Doodle an, was ihr euch wünscht. Wir werden am Tag ein Kässeli aufstellen, in das ihr geben könnt was ihr wollt. Das Geld kommt der nächsten Idee zur Unterstützung der Insekten zugute… 🙂

Liebste Grüsse
Aline&Sascha

Es ist gut, wenn man bald weiss, wie viele Personen teilnehmen können. Wir haben am Basteltag sechs Wildbienenhäuser gebaut und mehr würde ich nicht unbedingt empfehlen. Ressourcen wie Zeit, Material, Platz und Werkzeug sind mit sechs Häusern gut zu bewerkstelligen.

Natürlich hängt die Gruppengrösse auch vom bestehenden Raum ab, den man zur Verfügung hat. Wir haben im Garten gebastelt und weil der Wetterbericht nicht sicher war, haben wir prophylaktisch ein Partyzelt zur Überdachung aufgebaut. Neben den Bastelstationen mit dem jeweiligen Werkzeugbedarf, benötigten wir auch einen Tisch an dem wir Mittagessen konnten. Da auch kleinere Kinder dabei waren ist es gut, auch für sie einen Platz zum Spielen zu haben, der sicher genug ist und sie Abstand zu den lärmenden Maschinen haben. Im übrigen haben wir auch die Nachbarn vorgewarnt, dass es an diesem Tag etwas lauter wird: die Bohrmaschinen sind nicht ohne…

Arbeitsstationen
Wir haben mit zehn Erwachsenen und sechs Kindern und zwei Babys in drei Gruppen folgende Arbeitsstationen durchgeführt:

A) Hausbau mit Dach
B) Bambus und Schilf bearbeiten
C) Hartholzbohren

weitere Arbeitsstationen für die Kinder waren:

  • Ohrwurmhäuser basteln
  • Lösstöpfchen befüllen
  • Hotel bemalen

Alle drei Gruppen haben alle drei Stationen durchlaufen (drei Schichten): ausser beim Hausbau haben alle Gruppen für alle gearbeitet und produziert. Das produzierte Nistmaterial wurde am Schluss aufgeteilt. Der Tagesplan sah ungefähr folgendermassen aus:

  • 10-11 Uhr: Information Wildbienenhaus und Tagesablauf
  • 11-12 Uhr: Schicht 1
  • 12-13 Uhr: Mittagessen
  • 13-14 Uhr: Schicht 2
  • 14-15 Uhr: Schicht 3
  • 15-16 Uhr: Häuser bestücken und abschliessen

Meine Eltern haben uns beim ganzen Tag unterstützt und so hat jeder eine Station betreut. Das ist wichtig, denn man darf nicht unterschätzen, dass die Stationen zwar simpel klingen, aber doch einiges an handwerklichem Geschick und vor allem Erfahrung fordern. Da wir alles schon einmal vorab ausprobiert hatten, wussten wir, auf was zu achten ist, damit man auch zügig voran kommt. Klassische Zeitfresser sind zum Beispiel, dass die Bohrerspitze bricht, oder das Band der Bandsäge immer wieder herausfällt und man es neu einsetzen muss. Für das Auspulen des Markes bedarf es zum Beispiel einiger Kniffe und speziellem Werkzeug, damit man schnell voran kommt.

Die Arbeitsstationen und Kinderposten im Detail

A) Hausbau mit Dach

  • Dachkonstruktion anleimen und anschrauben
  • Dachpappe an das Holzdach nageln
  • Hölzchen in die Weinkiste leimen und schrauben
  • Raumteiler an den Hölzchen anleimen und anschrauben

Material:

  • Vorgefertigte und gebohrte Holzteile (Weinkiste, Dach, Keile für das Dach, Seitenhölzchen für die Befestigung der Raumteiler, Raumteiler)
  • Vorgeschnittene und geritzte Dachpappe
  • Holzleim
  • kleine Schrauben
  • Nägel

Werkzeug:

  • Schraubenzieher/ Akkuschrauber
  • Klappmeter, rechter Winkel
  • Schraubzwingen
  • Hammer

B) Bambus, Gras und Schilf bearbeiten

  • Schilf, Bambus und Gräser an der Bandsäge in die richtige Länge zuschneiden
  • Gräser vom Mark entfernen: dazu werden am besten Drähte verwendet
  • Kanten des geschnittenen Gras, Schilfs und Bambus mit Schleifpapier glätten
  • Röhren bei Bedarf an einem Ende mit Watte ausstopfen, so dass sie geschlossen sind
  • Bündel fassen und mit Malerband umwickeln
  • Maschendrahtgeflächt als Vogelschutz zum Abdecken der Bündel zuschneiden

Material:

  • Schilf, Gräser, Bambus
  • Schleifpapier
  • Drahtgeflächt
  • Malerband
  • Watte

Werkzeug:

  • Drahtstücke zum Durchstossen der Gräserhalme
  • Bandsäge oder alternativ eine Laubsägemaschine
  • Drahtschere

C) Hartholzbohren

  • Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser (2-9 mm breit, 5-10 mm tief) in das Hartholzbohren
  • Löcher sorgfältig mit feinen Rundschleifen oder mit Schmiergelpapier umwickelten Holzstäbchen aus schmirgeln
  • Bohrlochkante fein brechen oder schmirgeln

Material:

  • Hartholz mindestens ein Jahr gelagert: wir haben die Runden Hölzer des Pflaumenbaums an der Seite angeschliffen, da nicht ins Stirnholz sonder gegen die Fasern gebohrt werden muss. Das Holz ist noch nicht sehr lange abgelagert und wenn die Löcher sich dann im Stirnholz befinden, ist die Chance sehr gross, dass das Holz sternförmig durch viele Löcher aufreisst. Nisthöhlen die Spalten aufweisen werden nicht angeflogen. Das Holz sollte also eigentlich länger als ein Jahr getrocknet sein und wenn möglich sollte man nur ins Längsholz bohren, um Spannungsrisse in den Nistgängen zu vermeiden. Ich habe bei meinem alten Insektenhotel Asthölzer verwendet, die schon sehr lange gelagert wurden und dort haben sich Bohrungen ins Stirnholz nicht durch Risse gerächt. Wer sicher sein will, beachtet die zwei oben genannten Regeln. Zum Abschleifen der runden Hölzer haben wir eine Bandschleife verwendet.
  • Schleifpapier

Werkzeug:

  • Stand- oder Handbohrmaschinen
  • Schraubzwingen zum Befestigen der Hölzer
  • Eventuell Rundschleifen oder Holzstäbe umwickelt mit Schmirgelpapier

Ohrwurmhäuser basteln

Das Töpfchen kann in Obstbäume gehängt werden und dient dort als Schlafort unter Tage. Ohrwürmer sind nämlich nachtaktiv und gehen dann auf Jagd nach Blattläusen und anderen Insekten, welche für die Pflanzen zur Belastung werden können. Da weichschalige Früchte auch einmal ausnahmsweise angefuttert werden (und zwar vor allem in trockenen Perioden) ist es am besten das Häuschen in den Apfel-, Birnen- oder beispielsweise den Quittenbaum zu hängen. Falls sich bei einem Kirschbaum einmal eine Überpopulation zeigt, kann das Häuschen auch zum Umsiedeln der Ohrwürmer dienen: schnell wird das Haus am überbevölkerten Baum als Tagesstätte angenommen und kann mit samt der schlafenden Fracht umgehängt werden.

  • Maschendrahtgeflächt zuschneiden, so dass damit die grosse Öffnung des Töpfchens bedeckt werden kann
  • Eine Schnur zuschneiden und durch die kleine Öffnung des Töpfchens einfädeln
  • An der Schnur ein Holzstäbchen festbinden, das die Schnur im Töpfchen verankert
  • Die Schnur wieder entfernen und das Töpfchen bunt bemalen
  • Wenn das Töpfchen trocken ist, die Schnur einfädeln und das Töpfchen mit Holzwolle füllen
  • Das Gitter mit dem Schnurende fixieren
  • Das Töpfchen an einen gewünschten Ort hängen

Material:

  • kleine Tontöpfe
  • Stäbchen oder Perlen, welche nicht durch das Bodenloch der Töpfchen rutschen können
  • Schnur
  • Holzwolle oder Stroh
  • Maschendrahtgitter
  • Bei Wunsch: Wasserfeste Farbe zum Bemalen

Werkzeug:

  • Drahtschere
  • Schere

Lösstöpfchen befüllen

Löss ist ein Sediment, dass sich vor allem auch im trockenen Zustand durch seine weiche Struktur auszeichnet. An Lösswänden siedeln bestimmte Arten von Wildbienen, aber mit den Töpfchen kann dieser Lebensraum nicht nachempfunden werden: Die Bienen, welche in Lösswänden nisten, bauen Gangsysteme ins Sediment, die grösseren Platz in Anspruch nehmen. Dennoch ist Löss ein wichtiges Material, denn auch andere Bienen verwenden Lehm, um die Nisthöhlen zu schliessen. Da wir bei einem Spaziergang auf einen Lössberg in Form eines Bauaushubs gestossen sind, haben wir mehrere Kisten davon mitgenommen. Aus Lösswänden, vielleicht sogar in Naturschutzgebieten, sollte man natürlich kein Material entwenden. Trotzdem lohnt es sich die Augen zum Beispiel bei Baustellen offen zu halten: Löss erkennt man gut daran, dass man ihn auch in hartem, beziehungsweise trockenem Zustand ganz leicht mit dem Fingernagel bearbeiten kann.
Das Befüllen der Lehmtöpfchen hat den Kinder grossen Spass gemacht!

  • Den Löss leicht anfeuchten und in die Tontöpfchen füllen

Material:

  • Löss
  • Tontöpfchen
  • Wasser

Hotel bemalen

Sascha hat wunderschöne Schablonen gezeichnet und diese von Hand mit einem Skalpell aus dicker Transparentfolie herausgeschnitten. Die so entstandenen Schablonen haben wir verwendet um den Häusschen den letzten Schliff zu geben: mit wasserfester Farbe und dicken Pinseln haben die Kinder die Motive in verschiedenen Farben auf die Häuschen aufgebracht.

  • Schablonen mit Klebeband provisorisch fixieren, oder gut festhalten
  • Mit dicker Farbe (kein Wasser, sonst verläuft es) die Schablone mit einem steifen Pinsel „abstupfen“
  • Folie entfernen

Material:

  • Pinsel
  • Wasserfeste Farbe, zum Beispiel Acrylfarbe
  • Schablone mit Motiven

3. Arbeiten für Kinder im Schulalter

Folgende Arbeiten eignen sich für die Mithilfe von Kindern im Schulalter:

  • Ausputzen des Marks mit Hilfe von Drähten (Achtung keine scharfen Drahtkanten wegen Verletzungsgefahr stehen lassen)
  • Bündeln und umwickeln der Grashalme mit Klebeband
  • Schleifen der Kanten
  • Ausputzen der Bohrlöcher mit Schmirgelpapier
  • Ohrwurmhäuser basteln
  • Lösstöpfe befüllen
  • Häuschen verzieren und bemalen (Hier kann der Fantasie mit Naturmaterialien freien Lauf gelassen werden: schön wären zum Beispiel angeklebte, leere Schneckengehäusen, Tannzapfen etc.)
  • Unter Mithilfe von Erwachsenen ist auch das Bohren der Löcher möglich: man muss aber gut aufpassen, weil das gleichzeitige betätigen der Bohrmaschinentaste, sowie Halten und Führen des Bohrers nicht einfach ist. Höchste Vorsicht ist mit langen Haaren geboten. Sie müssen zusammengebunden werden, damit sie nicht in den Gewindeschaft eingezogen werden. Das gilt auch für Erwachsene.

4. Was ist ein Wildbienenhaus?

Inforunde Einführung
Den Tag haben wir mit einer kleinen Inforunde am Tisch gestartet, an dem ich kurz erzählte, wie wir auf die Idee für den Basteltag gekommen sind. Dazu habe ich auch auf die Studie zum Insektensterben hingewiesen. Ich gebe folgend zusammengefasst die wichtigsten Punkte unserer Anliegen wider.

Das Insektensterben ist medial sehr präsent und viele Menschen würden gerne aktiv etwas dagegen tun. Sinnvolle Aktivitäten sind :

  • Sich als Konsumentin und Konsument nachhaltig zu verhalten: Lebensmittel wie Gemüse, Milchprodukte, Früchte, Brot regional, am besten direkt beim Landwirt mit Biozertifizierung, zu kaufen. Fleischkonsum auf ein sinnvolles Mass (nicht mehr als ein bis zweimal in der Woche) zu reduzieren. Haushaltsprodukte, Kosmetik und Kleider nachhaltig produziert zu kaufen und mit Sachverstand auszuwählen. Bei Reisen und Mobilität auf das Flugzeug zu verzichten und im Alltag so oft wie möglich ÖV und Fahrrad verwenden oder zu Fuss gehen. Diese Massnahmen benötigen wohl Umdenken, kommen aber schlussendlich der Natur und einem selber am allermeisten zu Gute 🙂
  • Sich bei einer Naturschutzinstitution einschreiben und diese passiv oder aktiv unterstützen.
  • Am allerwichtigsten ist der Erhalt von Naturschutzgebieten. Keine andere Massnahme ist für den Erhalt der Wildbienenvielfalt wichtiger als dies. Naturschutzgruppen zu unterstützen, welche sich für den Erhalt von Naturstandorten einsetzen, ist somit sicher zur Zeit das Effektivste. Vor allem auch regionale, oder kleine Gruppen sind sicher froh um jedes Mitglied, das seine Stimme zur Verfügung stellt.
  • Damit das Thema nicht nur dank medialer Schlagzeilen kurzfristig interessant ist, ist eine wichtige indirekte Massnahme, im persönlichen Umfeld immer wieder an die Thematik anzuknüpfen und die Wildbienen und Insekten nicht aus dem Fokus zu verlieren. Und hier setzt endlich auch die Idee mit dem Insektenhotel ein: es soll helfen uns jeden Tag mit Freude daran zu erinnern, wie spannend, schön, verzaubernd, faszinierend, rätselhaft und vielfältig die wunderbare Welt der Wildbienen ist. Und dies garantiert ohne Alterseinschränkung 🙂 Das Treiben am Haus zu beobachten ist jeden einzelnen Tag unterhaltsam und regt zum Innehalten an. Ich ertappe mich manchmal am Sonntag, dass ich eine halbe Stunde vor dem Haus sitze und völlig die Zeit vergesse. Der Wechsel der Flugperioden der einzelnen Wildbienenarten macht den Jahresverlauf und die Jahreszeiten noch eine Spur intensiver. Und ich verspreche jedem: im zweiten Jahr „die alten Bekannten“ wieder aus den Löchern schlüpfen zu sehen macht einem glücklich. Jetzt bin ich aber ins Schwärmen geraten… 😉
  • Die Wildbienen gehören zur Familie der Hautflügler, welche alle den typischen dreigeteilten Aufbau des Körpers (Kopf, Bruststück, Hinterleib) zeigen. In der Familie sind beispielsweise auch die Ameisen und Wespen zuhause. Die Unterfamilie nennt sich Apidae (Bienen) und weltweit sind bisher unglaubliche 17000 Bienenarten bekannt. In der Schweiz zählte man bisher 580 verschiedene Bienenarten.
  • Die Honigbiene und die Hummeln zählen auch zu der Unterfamilie der Bienen. Sie produzieren im Gegensatz zu den Wildbienen jedoch Honig und Wachs. Wildbienen verwenden zwar Nektar und Pollen (und Blumenöl) zur Ernährung und teilweise zur Versorgung der Brut, ihre wichtigste Bedeutung für den Menschen ist jedoch die Bestäubung der Blüten.
  • Um die verschiedenen Wildbienenarten erkennen zu können, benötigt man eine Vergleichssammlung und viel Erfahrung. Hinzu kommt, dass alle Wildbienenarten als Weibchen und Männchen in Erscheinung treten, die sich teilweise stark unterscheiden. Eine der häufigsten Besucherinnen und Besucher des Insektenhotels im Garten ist die gehörnte Mauerbiene, bei welcher das Männchen an einem entzückenden weissen „Bart“ erkennbar ist. Auch die Art und Weise wie das Nistloch verschlossen wird, kann einem verraten, wer im Insektenhotel eingezogen ist.

Schon allein die in Röhren nistenden Wildbienenarten haben sehr unterschiedliche Lebenszyklen. Um den Wildbienen nicht durch Unwissenheit im Insektenhotel zu schaden, ist es jedoch wichtig, mindestens die Grundabläufe der Fortpflanzung und Entwicklung der Wildbienen kennen zu lernen. Am Beispiel der Gehörten Mauerbiene soll somit ein möglicher Lebenszyklus aufgezeigt werden.

  • Die Männchen schlüpfen Februar/März.
  • Die Weibchen erscheinen einige Tage danach, dies ist an beigefarbenen Kottröpfchen an den Ausgängen der Niströhren zu erkennen.
  • Darauf erfolgt gleich die Paarung und das Weibchen beginnt mit der Suche nach geeigneten Hohlräumen für den Nestbau.
  • 4-6 Wochen baut das Weibchen Zelle für Zelle, Ei um Ei die Niströhre mit der Brut auf. Jede Zelle, getrennt durch eine Lehmwand beinhaltet eine Futterration Pollen und Nektar für das einzeln abgelegte Ei. Es können bis zu 12 solcher Brutzellen hintereinander liegen.
  • In den hinteren Bereichen sind die befruchteten Eier, aus welchen sich die später schlüpfenden Weibchen entwickeln. Die Zellen der weiblichen Kinder werden mit proteinreicherem Futter ausgestattet (für die spätere Eierproduktion), als die Männlichen.
  • Die Larve verzehrt nach dem Schlüpfen das Futter und verpuppt sich danach in einem Kokon.
  • Bereits im Sommer ist die Entwicklung des Imago (adulten Tieres) abgeschlossen und der Winter wird in fertigem Stadium überstanden.
  • Im nächsten Frühjahr startet der Prozess wieder von Vorne: die gehörnte Mauerbiene zeigt somit einen einjährigen Zylkus. Wie bereits erwähnt gibt es auch Arten und Situationen in denen die Entwicklung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Meist ganz anders ist die Lebensweise der sozialen Bienenarten im Vergleich zu den solitär lebenden. Neben den Honigbienen haben auch Hummeln soziale Lebensweisen entwickelt und es gibt auch mehr oder weniger komplexe Formen des sozialen Nestbaus bei den Wildbienen. Eine weitere Form der Brutaufzucht zeigt sich bei den parasitischen Bienen. Diese betreiben keinen Nestbau und sammeln kein Futter, sondern legen ihr Ei in das „gemachte“ Nest einer anderen Bienenart. Die Zykluslänge ist hier also unter anderem abhängig vom Wirt. Hier zeigt sich wieder diese faszinierende Vielfalt, welche sich durch mehrjähriges Beobachten entdecken lässt.
  • Fazit: Das Insektenhotel ist ganzjährig bewohnt und dient den Wildbienen als Nistort und Überwinterungsplatz. Die Nistlöcher werden in unterschiedlichen Monaten von unterschiedlichen Arten angeflogen: es gibt in den Frühlings- und Sommermonaten immer etwas zu beobachten. Der Zyklus einiger Arten beginnt – wie im Beispiel der Gehörten Mauerbiene – sehr früh und Futterpflanzen müssen dann bereit stehen.

Ich bin nun schon einige Male auf die Vielfalt der Wildbienen eingegangen: doch wie kommt es zu dieser? Die Wildbienen sind teilweise sehr spezifisch auf ihr ökologische Nische, die zum Beispiel auch durch das Futterangebot bestimmt ist, ausgerichtet. Eine solche Spezialistin ist die Heidekraut-Sandbiene, welche sich ausschliesslich mit Hilfe des Heidekrautes ernährt. Oder in unseren Gärten etwas präsenter könnte die Ehrenpreis-Sandbiene sein, die den Ehrenpreis zur Futterpflanze auserkoren hat. Da die Bedingungen in der Natur so unterschiedlich sind, haben sich so viele Bienenarten entwickelt. Wunderbar, wie ich finde – es zeigt die Verbundenheit zwischen Futterpflanze und Biene auf eindrucksvolle Weise. Wenn man sich diese Spezialisierung einmal vor Augen geführt hat, wird schnell klar, dass unser Wildbienenhaus nur für eine kleine Anzahl der 580 Arten überhaupt in Frage kommt. Lediglich ein Viertel der Wildbienenarten nisten überhaupt in Hohlräumen, wie unseren Röhren. Der grösste Teil gehört der in der Erde nistenden Wildbienen an. Folgend also die wichtigsten Faktoren, die den Lebensraum für eine Wildbiene unwiderstehlich macht:

  1. Es muss ein geeigneter Nistplatz vorhanden sein
  2. Es muss ein geeignetes Futterangebot vorhanden sein
  3. Es muss geeignetes Baumaterial vorhanden sein

1. Nistplatz: Die Auswahl des Nistmaterials, wie wir es im Wildbienenhaus verbauen, lockt einige Hohlraumbesiedlerinnen an. Da diese verschieden gross sind, ist es wichtig, dass man beim Bohren Gänge mit unterschiedlichen Durchmessern generiert. Warum aber das Insektenhotel nicht mit einer regengeschützten, sandigen, sonnigen, trittfreien Zone im Garten ergänzen? Hier können sich Wildbienenarten – und andere Insekten – Nistgänge in den Boden graben.

2. Futterangebot: Das Futterangebot ist eine Wissenschaft, die in der Hand der Gärtnerin oder Gärtners liegt. Das oberste Gebot ist, das Pflanzen von einheimischen Stauden, Büschen und Bäumen, so dass möglichst immer eine Pflanzenart am blühen ist. Da es sehr blütentreue Wildbienen gibt (die immer an den gleichen Pflanzenarten saugen möchten), am besten auch gleich massenhaft 🙂 Da die Wildbienen (und auch die Hummeln) gleich nach dem Verlassen ihrer Nistzellen Futter benötigen, sind auch frühblühende Pflanzen, wie zum Beispiel Weiden oder auch Krokus sehr nützlich. Einige meiner persönlichen Renner, damit das ganze Jahr auch im schattigen Garten etwas blüht sind: Krokusse, Bärlauch, Glockenblumen, Obstbäumchen, blühender Salbei, Zierlauch, Fetthenne, Efeu.

3. Baumaterial: Auch hier sind die Bedürfnisse so individuell, dass ein grosses Angebot im Garten nützlich ist. So gibt es die Mohn-Mauerbiene, welche auf Klatschmohnblätter angewiesen ist, um den Nistgang, welchen sie in den Sand gräbt, zu tapezieren. Je mehr Material – Lehm, Sand, Moos, Todtholz – im Garten, desto reicher kann das Hotel besetzt werden.

Fazit: Ein Garten/Balkonumfeld ist umso reicher mit Insekten besiedelt, um so vielfältiger die Pflanzenpracht vorhanden ist und das Blühen andauert. Vor allem im Frühling lassen sich mit Zwiebelblühern wie Krokus, Traubenhyazinten und Nickender Blaustern viele hungrige Bienen versorgen und auch das Gärtnerherz erfreuts.

  • Das Haus muss stabil stehen und gut befestigt werden. Es sollte sich nicht bewegen und mindestens 50 cm über dem Boden platziert werden.
  • Der Standort soll sonnig und warm sein und die Öffnung sollte nach Süden schauen.
  • Nahrung, Wasser, Baumaterial sollten sich in der Nähe befinden.
  • Ein Gitter oder Netz kann als Vogelschutz montiert werden. Die befüllten Röhren sind sonst eine leichte Beute für Vögel. Es nützt auch, wenn man das Haus an einem belebten Ort aufstellt, an welchem Vögel sich nicht sicher fühlen.
  • Das Haus möglichst nie an einen neuen Standort bringen. Und wenn dies nötig wird, darauf achten, dass die Bedingungen möglichst ähnlich sind.

Wie bereits erwähnt ist es toll, wenn man das Haus jedes Jahr ein wenig erweitern kann. Geöffnete Röhrchen können auch ausgeputzt werden: hier ist es gut, wenn man das Röhrchen vorher mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet hat, damit man keine schlafenden Bewohnerinnen tötet. Ansonsten sollten die bestehenden Röhrchen möglichst nicht gestört werden.

Da sich auch gerne Spinnen in das Haus zurückziehen, putze ich verwaiste Spinnweben vorsichtig weg, wenn kein Flugverkehr herscht.

Es gibt auf dem Markt wirklich sehr viele falsch gemachte Insektenhotels aus zu kurzen Niströhren, falschen Materialien und vielen weiteren problematischen Teilen. Wenn man das Wildbienenhaus aus den oben genannten Materialien baut, sollte nichts schief gehen. Bei den Röhrchen auch immer darauf achten, dass die Kanten (auch bei den Gräsern) keine Splitter aufweisen. Die Wildbienen gehen nämlich teilweise rückwärts in die Röhrchen hinein und können sich an Splittern die Flügel zerstören.

Bitte niemals bestückte Hummelhäuser oder ähnliches (mit Brut) kaufen! Die Tiere stammen aus teilweise schlechten Zuchten, im schlimmsten Fall mit Krankheiten ausgestattet, welche die natürlichen Bestände schädigen können. Die Bienen werden sich immer natürlicherweise einfinden, wenn das geboten wird, was sie zum Leben brauchen.

Bücher:

  • Wildbienen, Die anderen Bienen, Paul Westrich (empfehle ich sehr)
  • Das Insektenhotel, Wolf Richard Günzel
  • Das grosse Buch der Bienen, Jutta Gay & Inga Menkhoff

Web:

Weihnachtsdekoration zum Basteln

Weihnachtsdekoration zum Basteln

Inspiriert von der Natur und der Gartensendung „Querbeet“, haben wir einige Bastelideen für Weihnachtsdekoration ausprobiert und damit unser Haus geschmückt. Ich habe im Herbst fleissig Eicheln, Tannzapfen und Bucheckernhüllen gesammelt und somit kamen mir die Inspirationen gerade recht. Endlich Ideen um das Material dezent mit Weihnachtsglanz zu verzaubern…

Aus den Tannzapfenschuppen haben wir Sterne gebastelt: Dafür haben wir aus einer Spanblatte einen Stern ausgesägt und die einzelnen Zapfenschuppen mit Heissleim aufgeklebt. Eine sehr meditative Arbeit. Den grosszügigen Türkranz, der aus Ästen verschiedenere Nadelbäume besteht, haben wir mit Eicheln, die glitzern, verziert. Und aus den Bucheckernhüllen fertige ich einen Kranz an, der Hülle für Hülle mit Heissleim beklebt wird. Er ist noch in der Entstehung und ich hoffe die Geduld lohnt sich 🙂 Ein paar rote Äpfel der Sorte Berner Rose zieren – aufgehängt an Wollschnüren – unsere Magnolie im Vorgarten.

Anleitung für die glitzernden Eicheln

 

  1. Einen Eichelhut und eine Eichelnuss finden, welche in der Grösse gut zusammenpassen.
  2. Den Weissleim mit ein wenig Wasser verdünnt auf die Eichenuss auftragen.
  3. Glitzer auf die Leimschicht streuen, dabei den Glitzerstaub auf einem Papier auffangen und zusammenschieben.
  4. Die Eichel nun im Glitzerstaub wälzen und ruhig ein wenig Druck ausüben, so hält sich der Glitzer gut.
  5. Die Eichelnuss trocknen lassen.
  6. Mit einem kleinen Klecks Heissleim die Eichelnuss in den Hut pressen.
  7. Kranz, Tischdekoration oder ähnliches damit verzieren.

Werkzeug

  • Heissleimpistole
  • Pinsel

Material

  • Eicheln mit Hut
  • Glitzerstaub
  • Holzleim

Unterwäsche mit Spitzenbordüre

Unterwäsche mit Spitzenbordüre

Meine Idee meine Kleidung aus ökologischen und sozialen Gründen selber zu nähen schreitet voran. Eine super Sache zur Verwertung von Stoffresten ist das Nähen von Unterwäsche. Wirklich sehr kleine Stoffreste können so sinnvoll verwertet werden.

Warum mit elastischer Spitzenbordüre?

Ich trage sehr gerne Unterhosen, welche weiche Bündchen an den Rändern haben, damit man auch beim Tragen von enganliegenden Röcken u.ä. keine zu starken Einschnitte sieht. Und logischerweise ist es auch einfach bequem wenn nichts einschneidet. Darum habe ich selbst nach der Vorlage einer mir gut sitzenden Unterhose diesen Prototyp genäht. Er sitzt sehr gut und zeichnet sich wie gewünscht nicht ab. Schaut, dass die Bordüre weich und dehnbar, aber dennoch stabil genug ist, um die Unterhose am richtigen Ort zu halten. Zum Beispiel diese wäre geeignet.

Werkzeug

  • Nähmaschine mit elastischen Stichen
  • Schere
  • Klammern oder Stecknadeln

Material

  • Stoffreste
  • elastisches Spitzenband
  • elastische Gummibänder (Spitze oder schlicht)
  • Nähgarn

Achtung: Unterhosen sind klein aber oho – lieber zuerst ein paar Leggings oder ein Shirt nähen, bevor man sich an dieses Teil wagt.

Anleitung

 

  • Schritt 1: Nehmt eine gut sitzende Unterhose und übertragt die Schnittteile auf ein Papier. Bei den Zwickelteilen müsst ihr in der Länge je ca. 0,7 cm Stoff für die Nahtzugabe dazurechnen. Auch in der Breite müsst ihr mehr oder weniger Nahtzugabe dazurechnen: es kommt auf die Breite der Gummis an, welche ihr dran näht.
  • Schritt 2: Zuschneiden der 4 Stoffteile aus Reststücken. Zuschneiden der Gummis. Haltet euch das elastische Spitzenband auf Tragehöhe um die Hüften und messt die Länge ab (Plus 1,4 cm Nahtzugabe). Die Gummibänder für den Abschluss an den Rändern sollten etwas kürzer sein, als die Länge der Stoffstücke, denn sie werden gedehnt aufgenäht. Ihr könnt sie auch erst nach dem Zusammennähen der Stoffstücke zuschneiden, in dem ihr sie direkt an den Stofflängen auslegt.
  • Schritt 3: Zusammenstecken der drei Teile für die erste Zwickelnaht. Aussenzwickel und Hinterteil kommen rechts auf rechts zusammen. Der Innenzwickel komm rechts auf die linke Seite des Hinterteils (siehe Fotos). Nun wird die dreilagige Naht geschlossen: ich mache zuvor immer ein Probestück. Ich habe für das Nähen eine Overlock verwendet, aber es geht auch mit einem elastischen Nähmaschinenstich sehr gut.
  • Schritt 4: Nun passiert das selbe auf der anderen Seite: Alle drei Lagen werden wieder in der gleichen Weise aufeinander gelegt und die Naht geschlossen.
  • Schritt 5: Die Unterhose wird gewendet und nun können die Nahtzugaben des Zwickels an der Seite etwas mit einer Schere eingekürzt werden, falls diese sichtbar sind.
  • Schritt 6: Nun wird auf den Seiten der Unterhose das Gummiband gedehnt auf die rechte Seite aufgenäht. Passt auf, dass ihr nicht den Stoff dehnt (sonst gibt es Wellen) und auch das Gummiband nicht zu sehr zieht. Entspannt und locker etwas Zug geben reicht 🙂
  • Schritt 7: Nun können die Seiten eingeklappt werden und das Gummiband von der rechten Seite her mit einem dehnbaren Stich befestigt werden.
  • Schritt 8: Die Spitzenbordüre rechts auf rechts an der Naht schliessen (ich habe dafür einen normalen Geradstich verwendet). Passt auf, dass ihr langsam näht und vielleicht ein Vlies oder weiches Papier unter die Spitze legt, damit sie nicht ins Loch der Nähplatte gezogen wird. Bei mir hat es auf Anhieb gut geklappt.
  • Schritt 9: Markiert mit einer Klammer die vordere Mitte der Spitzenbordüre. Nun könnt ihr sie mit Nadeln mittig auf Vorder- und Rückseite befestigen. Ich habe sie mit einem Zickzackstich angenäht.

Fertig!

Liebespaar in Grün

Liebespaar in Grün

Frösche aus Holz basteln

Jedes Jahr holen wir unseren Miniteich im Metallzuber aus dem Winterschlaf, indem wir das Wasser von den faulenden Blättern befreien und schauen, welche Pflanzen etwas Pflege benötigen. In diesem Jahr hat alles gut überlebt und unsere kleine Seerose treibt schon fleissig frische Blätter aus. Nach dem Entfernen von modrigem Schlick und einer Frischwasserkur arrangierten wir verschiedene Pflanzkübel um den Miniteich. Natürlich darf auch der alte Holunderast über der Wasseroberfläche nicht fehlen: er hilft auch den Insekten, welche ins Wasser fallen, wieder einen Ausstieg zu finden.

Inspiriert durch den schönen Anblick des fertig herausgeputzten Teiches hat sich Sascha ans Werk gemacht und etwas kleines als Dekoration gebastelt: ein verliebtes Froschpaar soll den Teich in Zukunft zieren.

Frisch ans Werk

 

  1. Das Froschpaar mit Hilfe des Bleistiftes Abpausen (die Zeichnung rückseitig mit Bleistiftschraffur versehen und dann auf das Holz übertragen, in dem man vorderseitig mit dem Stift die Zeichenlinien abfährt.).
  2. Das Froschpaar mit der Laubsäge aussägen.
  3. Die Kanten mit Schmirgelpapier von Splittern befreien.
  4. Das Froschpaar mit Acrylfarbe, oder einer Holzgrundierfarbe grundieren.
  5. Mit Bleistift grob die Konturen einzeichnen und das Froschpaar bemalen.
  6. Mit einem feinen Pinsel Konturen einzeichnen.
  7. Die fertige Bemalung mit Lack seidenmatt streichen, damit das Froschpaar länger der Witterung stand halten kann.
  8. Mit Heissleim den Metallwinkel am Froschpaar befestigen.
  9. Das Froschpaar in der passenden Umgebung installieren.
  10. Geniessen und sich an der Liebe freuen.

Material und Werkzeug

Zur Herstellung benötigte Sascha folgendes Material und Werkzeug:

  • eine Spanplatte von circa 8 mm Stärke, es geht auch dicker
  • Acrylfarben
  • Lack für die Wetterfestigkeit
  • einen verzinkten Eisenwinkel, passende Schrauben
  • eine Laubsäge
  • feines Schmirgelpapier
  • Pinsel
  • Heissleim
  • Bleistift, Papier und Kreativität

Osternest aus Zweigen

Osternest aus Zweigen

An Karfreitag verstecken wir für die Kinder immer Kleinigkeiten im Wald. Solange sie noch an den Osterhasen glauben möchten, haben alle ihre Freude daran. 🙂

In diesem Jahr habe ich aus Zweigen ein Osternest gebastelt, das man an zwei Bügeln hochheben kann. Als Grundgerüst habe ich also zwei Haselruten frisch geschnitten und zu eierförmigen Bögen geformt. Diese habe ich mit Floristendraht fixiert. Die zwei Bögen habe ich kreuzweise ineinander gestellt und sie ebenfalls mit Draht fixiert. Nun habe ich an der Unterseite um das Kreuz mit frischen, feinen Ästen einen kleinen Boden gewoben, damit die Konstruktion an Stabilität gewinnt. Danach habe ich gröbere Äste als Seitenwände in das Grundgerüst geflochten: ganz wild und natürlich. Dies braucht Fingerspitzengefühl und Geduld, denn hie und da brechen die Äste oder es hält nicht. Je mehr man umschlingt, desto besser wird es. Ich habe auch Zweige von der alten Kiwipflanze geschnitten, die sehen wild und dekorativ aus.

Danach habe ich mit einem Kunststoffgewebe den Korb ausgelegt und Erde vermischt mit Sand eingefüllt. Gepflanzt habe ich einen Salbei, der hilft als Hustentee auch mal besser über eine Erkältung weg. Ergänzt habe ich mit ungiftigen Frühlingsblühern, nämlich einer Viola und einer Primel. Die sind schön farbig und gefallen so sicher auch den Kindern. Mit Moos bedeckt, fallen auch die Enden des Kunststoffgewebes nicht mehr auf. Am Schluss sind natürlich auch noch ein paar Schokoeier und zwei Schokohasen eingezogen.

Osternest aus Zweigen 120

Stoffmarkt Holland

Stoffmarkt Holland

10.3.18, Weil am Rhein – ein kleiner Erfahrungsbericht

Am Samstag haben Sascha und ich den Stoffmarkt Holland besucht: einen Einstieg in eine neue Welt für eine Nähbeginnerin wie mich und deren Begleiter! Das Wetter war echt schlimm – Regen, Regen, Regen. Aber das war wohl nicht so verkehrt, denn auch mit dem miesen Wetter war der Besucherandrang enorm. Die Stände waren rammel voll mit kaufwilligen Nähwütigen und die Stimmung fröhlich und fokussiert.

Natürlich hat mich besonders interessiert, ob auch Stoffhändler*innen mit nachhaltig produzierten Stoffen zu finden sind…und mit etwas Geduld erzielten wir auch ein grosses Erfolgserlebnis von dem ich gerne berichten möchte. Es dauerte eine gute halbe Stunde bis wir in der dritten Marktstandreihe freudig ein GOTS-Label in Augenschein nehmen konnten. Bis dahin haben sich die Stände vor allem durch extrem günstige Stoffpreise (einen Meter Jersey-Stoff für 15 Euro) ausgezeichnet. Aber auch durch lustige Stoffmuster, unterschiedliche Stile und viele tolle Nähideen in Form von selbstgeschneiderten Kleidern, die von den Marktstanddächern hingen. Der ersehnte Stand präsentierte sich dann als wahre Schatzkammer der Kostbarkeiten: Pumuckl. Der Stand war sehr gross und deckte aus meiner Sicht alle Stoffarten ab, die man sich als Kleidernäherin wünscht. Vom Alpenfleece bis zum Walk war alles da. Leider sind es nicht durchgehend GOTS-zertifizierte Stoffe, welche Pumuckl anbietet. Aber der Markthändler war über jedes Stöffchen bestens informiert und konnte mich zielsicher durch alle Stoffberge lotsen. Toll, wenn der Händler einem zum Stoff auch gleich noch das farblich perfekt passende Bündchen empfiehlt. Ich habe mein Geburtstagsgeld an diesem Stand zur Hälfte investiert. Das weitere Viertel ging an einen Stand mit Kurzwaren: ein Meer aus Knöpfen, Reissverschlüssen, Garn, Nadeln, Klammern …unglaublich, was es alles gibt! Man konnte den meisten Schnickschnack in kleinen Gripptütchen abgepackt gleich vom Ständer rupfen und mit den gesammelten Habseligkeiten bei der netten holländischen Dame bezahlen. Mein letztes Viertel des Budgets ging dann bei einem anderen holländischen Landsmann flöten: ich habe mir ein Schneideroller und eine Schneidunterlage gekauft. Was für eine gute Investition.

Am Stand von Rotkählchen (ein Stoffladen in meiner Nähe), durfte ich meinen ersten realen Blick auf eine moderne Bernina-Nähmaschine der neusten Generation werfen: sie war gerade dabei den Stoff mit einem Zierstich der Extraklasse zu verzieren. Ganz von alleine. Seither träume ich mit Augenzwinkern von einem Sponsoren, der meine zukünftige Nähtätigkeit gebührend materiell unterstützt.

Unser Fazit

  • Der Stoffmarkt ist eine lustige Sehenswürdigkeit (Daten und Stationen 2018)
  • Es gibt leider sehr wenige Händler*innen mit GOTS-zertifizierten Stoffen (entdeckt haben wir einen, eventuell gibt es noch einen zweiten)
  • Die meisten Händler*innen verkaufen ihre Ware günstig
  • Für den Einkauf von Werkzeug und Kurzwaren lohnt sich der Besuch und die Preise sind gut
  • Gerne im nächsten Jahr wieder!
  • Pumuckl gibt es auch online. Leider ist nicht auf einen Klick eine Übersicht über die GOTS-Stoffe möglich.
  • Rotkählchen gibt es auch online. Es ist ein süsser kleiner Stoffladen in meiner Nähe, der jedoch auch nur ein beschränktes GOTS-Sortiment führt. Dafür ist die Webseite sehr angenehm, denn man kann nach „Bio-Stoffen“ filtern.

Selber Kleider nähen?

Selber Kleider nähen?

Ich war nie gut in textilem Werken und ich zeigte bisher auch kein grosses Interesse darin. Es sind also nicht optimale Bedingungen, mit denen ich in meine neue Idee eingetaucht bin: um so grösser – das ist klar – muss also eine bestimmte Motivation sein, es zu tun.

Die Krux beim Kleider kaufen

Kleider sind für mich ein nötiges Übel, auch wenn es mir nicht komplett gleichgültig ist, wie ich in meinen Klamotten aussehe: ich möchte zufrieden sein, wenn ich in den Spiegel schaue.
Dennoch ist es für mich in der heutigen Zeit kaum mehr möglich konventionell produzierte Kleider zu kaufen: das Leid für Menschen und die Umweltbelastung sind untragbar. Wer sich nur am Rande mit dem Thema beschäftigt, sollte dem Verstand und Herzen folgen und vom Konsumwahn absehen. Dazu folgende Links:

  • Der Trailer eines interessanten Dokumentarfilms „The true cost“.
  • Dieser TEDx Talk von 2016 von Clara Vuletich.

Weg vom Kleiderkonsum

  • Die eigenen Kleider so lange es geht tragen und flicken (lassen)
  • Kleider in Geschäften kaufen, die Biolabels führen
  • Kleider online kaufen und dabei auf Biolabels achten
  • Kleider in Secondhandgeschäften kaufen
  • Kleider online secondhand erstehen
  • Kleider von Freundinnen und Freunden „fertig“ tragen

Nach unbefriedigenden Versuchen in Kleidergeschäften mit Biolabeln (ich shoppe nicht gerne), habe ich mich in den letzten Jahren damit durchgeschlagen, die Kleider meiner Kolleginnen zu erben. An dieser Stelle: meinen grössten Dank an alle Spenderinnen – was würde ich ohne Katrin, Sandrine und mein Mami tun? 🙂 Da ich zum Glück sehr klein bin, kann ich fast alles irgendwie tragen und meine eigenen Kleider über Jahrzehnte behalten. Secondhandklamotten haben das Fehlende ergänzt (vor allem Jacken und Schuhe).

Kleidung neu gedacht
Was mich nun plötzlich und stark dazu motiviert selber Kleider zu nähen, ist die Erkenntnis, dass ich eigentlich nur wenige Basicteile benötige. Bei der Arbeit und privat trage ich die selben Kleider und neben den Schlafklamotten trage ich nur für die Gartenarbeit spezielle, ausgediente Stücke. Für ungefähr 5 Anlässe im Jahr habe ich etwas schönere Kleider, diese kann ich aber an zwei Händen abzählen. Eigentlich eine sehr überschaubare Menge an Kleidungsstücken! Und ganz ehrlich: am liebsten trage ich sowieso nur die Lieblingsstücke, die gut sitzen. Wenn die Basicstücke gut miteinander kombinierbar sind, erreicht man trotz wenigen Teilen eine ansehnliche Palette an Stylings, die einem bestimmt glücklicher macht, als ein Schrank voller Kleider, die man sowieso nicht gerne trägt. Qualität vor Quantität!

Selber Kleider nähen? 122

Der Schneiderplan

Die Idee war somit geboren: Basicteile selber nähen, das könnte vielleicht sogar mir als Schneiderneuling gelingen. Sobald die passenden Schnitte gefunden und eingeübt sind, kann ich ausgediente Teile endlich wieder ausmisten und mit neuen Basics ersetzen. Die Vorteile des Selbernähens sind sehr verlockend!

Basics selber herstellen
Meine Basics setzen sich folgendermassen zusammen:

  • Unterwäsche (Unterhose, BH, Socken)
  • Unterhemd
  • Leggings
  • langärmeliges, oder kurzärmeliges Shirt
  • Minirock
  • Kleid mit langen Ärmeln

Das Ganze wird ergänzt durch: dicker Pulli, Jeanshose, Schuhe, Jacke, Schal, Kappe, Handschuhe und im Sommer durch ein luftiges Kleid. Habe ich was vergessen?

Vorteile vom Selbernähen

  • Beste Biostoffe verarbeiten
  • Farbe und Muster der Stoffe selber wählen können
  • Die Schnitte meiner Grösse und Figur optimal anpassen
  • Die Basics so zusammenstellen, dass sie sich möglichst gut kombinieren lassen (Farben und Schnitte)

Stoff ist nicht gleich Stoff

Wie bei den Lebensmitteln gibt es auch bei den Stoffen eine grosse Palette an Labels und Qualitäten. Hier eine kurze Übersicht für den Einstieg, wenn man sich für giftfreie und nachhaltig produzierte Stoffe interessiert:

Favoriten

  • IVN Best
  • Global Organic Textile Standard (GOTS) -Stoffe
  • Kontrolliert biologischer Anbau (kbA)
  • Kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT)

Unzureichend

  • Oeko-Tex Standard 100

Laut Greenpeace (Detox-Kampagnie 2016) ist folgendes Label das strengste: IVN Best. Aufgrund der konsequenten Umsetzung nur 100 % biologisch erzeugte Materialien zu verarbeiten, sind gewisse Textilien (Regenerat- oder Synthetikfasern) unter diesem Label nicht produzierbar. Die Produkte sind vor allem bei spezifischen Händlern zu erstehen.

Bekannt und international aktiv: das GOTS-Label. Man trifft es – zum Glück – häufig an und es verbindet Ansprüche an die Umweltverträglichkeit, wie auch die sozialen Standards.

Selber Kleider nähen? 123IVN Best
Information des Labels selbst:
Mit „NATURTEXTIL zertifiziert BEST“, „GOTS“ und „NATURLEDER zertifiziert“ werden nur Produkte gekennzeichnet, die nach strengen Richtlinien produziert und kontrolliert wurden und das gilt für den gesamten Herstellungsprozess. Angefangen bei der Rohstofferzeugung, über das Spinnen, Weben und Nähen bis hin zu Färbung und Ausrüstung von Textilien bzw. bei Lederwaren deren Gerbung und Aufbereitung sind alle Schritte eingeschlossen.
Wer sich dafür entschieden hat, gesundheitsbewusst zu leben, wer Gewässer, Luft und Boden schützen will, wem es wichtig ist, dass Menschen auf der ganzen Welt unter gerechten Bedingungen arbeiten und dass Tiere artgerecht gehalten werden — wer Qualität dem Massenkonsum vorzieht, der liegt mit dem Kauf dieser Produkte genau richtig.

www.naturtextil.com

Selber Kleider nähen? 124Global Organic Textile Standard (GOTS) -Stoffe
Kurzinfo des Label selbst:
Der Global Organic Textile Standard (GOTS) wurde von international führenden Standardorganisationen entwickelt. So wurden weltweit anerkannte Richtlinien geschaffen, die eine nachhaltige Herstellung von Textilien gewährleisten, angefangen von der Gewinnung der biologisch erzeugten Rohstoffe über eine umwelt- und sozialverantwortliche Fertigung bis hin zur transparenten Kennzeichnung und damit dem Verbraucher eine glaubwürdige Qualitätssicherheit bieten.

Kurzfilm über das Label GOTS
Ausführlicherer Bericht zum GOTS-Label.

Selber Kleider nähen? 125Kontrolliert biologischer Anbau (kbA)
Kurzinfo des Onlineshops Siebenblau.de:
Kontrolliert biologischer Anbau (kbA) erfolgt gemäß den Richtlinien für ökologischen Landbau. Der Einsatz von chemischen Pestiziden (Insektiziden, Herbiziden etc.), Dünge- und Entlaubungsmitteln sowie von gentechnisch-verändertem Saatgut ist verboten. Ein einheitliches Siegel existiert bisher leider nicht. Der Begriff bio ist gesetzlich geschützt und die Übereinstimmung mit den Richtlinien wird von unabhängigen Kontrolleuren überprüft.

Kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT)
Kurzinfo des Onlineshops Siebenblau.de:
Kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT) erfolgt gemäß den Richtlinien für ökologischen Landbau. Artgerechte Tierhaltung im Einklang mit der Natur ist nach den Richtlinien für ökologischen Landbau gesetzlich verpflichtend. Die Verfütterung von gentechnisch-veränderten Pflanzen ist verboten. Ein einheitliches Siegel existiert bisher leider nicht. Der Begriff bio ist gesetzlich geschützt und die Übereinstimmung mit den Richtlinien wird von unabhängigen Kontrolleuren überprüft.

Selber Kleider nähen? 126Oeko-Tex Standard 100
Kurzinfo Broschüre Greenpeace:
Dieser am weitesten verbreitete Standard ist ein reines Verbraucherschutzsiegel: Es prüft lediglich die Schadstoffrückstände am Endprodukt. Die Herstellungsbedingungen untersucht Oeko-Tex 100 nicht. Auch ist der Standard mit seinen vier verschiedenen Klassen je nach Hautkontakt unterschiedlich streng bei den Chemikalienmengen. Damit ist der Nutzen für die Umwelt eher gering, das Siegel ist jedoch sehr massentauglich.

www.oeko-tex.com

 

Selber Kleider nähen? 127Oeko-Tex „Made in Green“
Kurzinfo Broschüre Greenpeace:
„Made in Green“ ist ein umfassender Nachhaltigkeits-Standard der Oeko-Tex-Familie, der die gesamte textile Kette regelt. Textilien mit diesem Label sind schadstoffgeprüft und in einem umweltfreundlichen und sozialverträglichen Betrieb hergestellt. Die Schadstoffgrenzen in den Textilien entsprechen dem OekoTex Standard 100, die Anforderungen an die Produktionsbetriebe sind gemäß den Kriterien des STeP („Sustainable Textile Production“) by Oeko-Tex vorgegeben. Diese erstrecken sich auf sechs Bereiche: Chemikalienmanagement (konform mit den Anforderungen der Industrie-Initiative „Zero Discharge of Hazar – Made in Green dous Chemicals“), Umweltleistung, Arbeitssicherheit, soziale Verantwortung, Umweltmanagement sowie Qualitätsmanagement. STeP ersetzt die vorherige Zertifizierung nach Oeko-Tex Standard 1000, die nicht mehr weiterverfolgt wird.

Es gibt noch viele weitere Labels in kleineren Formaten und mit anderen Denkanstösse (zum Beispiel FAIRTRADE Certified Cotton). Es gilt, kritisch zu bleiben und sich auf vertrauenswürdigem Weg über die Richtlinien zu erkundigen. Vielleicht findet ihr einen Händler eures Vertrauens, der euch die Arbeit abnimmt und beispielsweise nur GOTS-zertifizierte Stoffe führt? Je mehr die Nachfrage nach ökologisch und sozial produzierten Textilien steigt, desto besser.

Selber Kleider nähen? 128

Kranzbinden

Kranzbinden

Kränze sind für mich zu jeder Jahreszeit feierliche Huldigungen an die Schönheit der Natur. Ich liebe es durch die Natur zu streifen und Kleinigkeiten – Blüten oder Früchte – mit nach Hause zu nehmen und damit einen Kranz zu schmücken, den ich am liebsten an die Eingangstüre hänge. Floristisches Knowhow besitze ich nicht und ich habe grössten Respekt vor diesem Handwerk: Dennoch finde ich es schade, wenn man sich durch zu hohe Ansprüche den Genuss des Kranzbindens nicht gönnt. Es macht wirklich Spass und diese Lebensfreude ist auch den handwerklich nicht perfekten Gebinden anzusehen.

Ist der Kranz historisch zum Beispiel als Siegeskranz bei den antiken Olympischen Spielen (Eichenkranz) zu finden, diente er in Form von Blütenkränzen auch zur Zierde junger Frauen, um deren Unschuld zu unterstreichen. Neben dem Siegeskranz gibt es auch heutzutage noch vielerlei symbolische Ausdrucksformen des Kranzes: vom Trauerkranz, der mit der runden Form die Hoffnung auf Wiedergeburt ausdrückt, bis hin zu den hawaiianischen Begrüssungskränzen, welche die Gastfreundschaft in schöner Weise zeigen.

Für mich bedeutet das Sammeln der Bestandteile und das Zusammenflechten einen Moment, in welchem ich mich ganz der faszinierenden Formen, Farben und Gerüchen der Natur widmen darf. Obwohl ich auch Gestecke etwas schönes finde, ist für mich die runde Form des Kranzes so verführerisch, dass ich ihr nicht widerstehen kann. Aber ehrlich gesagt: meistens endet es eher in einem Oval, weil ich keine Perfektionistin bin 🙂

Die Grundlage
Somit wären wir beim Grundgerüst des Kranzes angelangt: Ich fertige dafür Strohrömer aus einem Grundgerüst aus frisch geschnittenen Haselzweigen an. Natürlich würden sich dafür auch Weidezweige sehr gut eignen, denn sie lassen sich besser biegen. Da ich nur Hasel im Garten habe, schneide ich einjährige Zweige ab und binde zwei Zweige zu einem Kreis. Mit Stroh gebe ich dem so entstandenen Gerüst Volumen und gleiche Unebenheiten etwas aus. Das Ganze wird mit Floristendraht umwickelt. Da es mit dem Stroh ein kleines Chaos gibt, binde ich stets mehrere Strohrömer, damit ich für weitere Kränze gewappnet bin.

Material sammeln
Jetzt folgt der schönste Teil: ein Spaziergang bei dem ich die Gartenschere und eine Tasche mitnehme. Natürlich werden nur Teile geschnitten und mitgenommen, welche beim Entfernen weder der Natur schaden, noch die Gärten anderer beeinträchtigt. Moose, zum Beispiel, sind geschützt und dürfen nicht der Natur entnommen werden. So ist der eigene Garten die wichtigste Quelle, um das Sammelgut zu ergänzen. Für Moos zum Beispiel habe ich einen eigenen Bereich im Garten, wo ich es hege und pflege, um damit beispielsweise die Blumentöpfe zu dekorieren.

Material und Starthilfe
Es gilt alle benötigten Materialien auszulegen und für das Binden zurechtzuschneiden. Man benötigt somit den Römer, die Naturmaterialien, Floristendraht, eine Gartenschere und auch kleine Drahtklammern sind sehr praktisch, um Abstehendes oder zum Beispiel Moos leicht am Römer feststecken zu können. Die Zweige, Blätter und Ästchen werden so zugeschnitten, dass sie kleine buschige Bündel von ca. 10 cm Länge bilden. Es ist wichtig das Material sorgfältig klein zu schneiden und bereit zu legen. So kann man sich beim Binden ganz auf die Gestaltung konzentrieren und kann sich komfortabel am Material bedienen. Ein Schritt nach dem anderen ist hier die Devise.

Das Binden
Man wickelt den Draht um den Römer und kontrolliert, dass er gut und sicher hält. Nun werden die ersten Materialien am Kranz angeordnet. Sie sollen flexibel und etwas voluminös sein, damit man am Ende leicht die letzten Zweige darunterschieben kann. So kann hinterher niemand sagen, wo der Kranz beim Binden gestartet wurde. Denn: ein Kranz kennt kein Anfang und kein Ende. Nun wickelt man den Draht einmal fest um das angelegte Material und wickelt in einem zweiten Bogen etwas weiter hinten den Draht um den Römer: so kommt man bei Binden vorwärts und bindet nicht immer auf der selben Stelle. Weiteres Material wird wie eine Fischschuppe ergänzt und gewickelt. Danach folgt wieder eine zweite Wickelung etwas weiter voran. Zum Schluss fädelt man den Draht in die letzte Schlaufe und biegt das abgeschnittene Ende in den Römer hinein. Eine freie Schlaufe kann zum Aufhängen ergänzt werden.

Bei der Gestaltung der Kränze darf man sich von seinem Gefühl leiten lassen: wild durcheinander oder diszipliniert und geordnet? Ganz zum Schluss können noch einzelne Beeren, etwas Moos oder dekorative Elemente eingeschoben werden: so können Ungleichmässigkeiten ins Gleichgewicht gebracht werden.

Und die wichtigsten zwei Zutaten beim Binden sind und bleiben: Freude am machen und Zeit, damit man nicht hetzen muss. Viel Spass!

Kranzbinden 129

Maulwurf aus Beton

Maulwurf aus Beton

Schöne Dinge im Garten?
Dekoration im Garten finde ich ein schwieriges Thema: In meinem Garten lege ich wert auf Funktionalität und Raum zum Experimentieren und schöne Objekte sehen neben dem Chaos meist etwas fehl am Platz aus. Seit einem Jahr hat aber ein Piratenschiff das Himbeerbeet geentert: Von meinem Mann in der Primarschule gebaut, darf es hier seine letzten wilden Fahrten erleben, bevor es total zerfallen ist…
Es ist herrlich, das Schiff zwischen den Pflanzen zu beobachten, fast so als wäre es auf wilder See – immer wieder verändert sich das grüne Umfeld und lässt einem schmunzeln. So entstand die Idee, dass weitere Fantasieboten in den Garten einziehen sollen!

Dem Vergänglichen ein Schnippchen schlagen
Natürlich sind in einem naturnahen Garten natürliche Werkmaterialien besonders hübsch und der Weg zum Zerfall macht einen Teil des Reizes der damit entstandenen Werke aus. Doch meine Fantasiefiguren sollen haltbar sein. Sie sollen einen Kontrastpunkt zu den vergänglichen Prozessen des Gartenumfelds setzen. Sie sollen wirken, als wären sie der Zeit entschlüpft. Etwas zu bunt, etwas zu lebendig. Auf der Suche nach dem passenden Material, bin ich auf etwas Interessantes gestossen: Beton zum Kneten.

Beton zum Kneten: die Handhabung
Die Skizze für die erste Figur war schnell gemacht: ein Maulwurf mit Schaufel soll in Zukunft das Kräuterbeet mit seiner Gegenwart beglücken. Für den Grundkörper habe ich aus zerknülltem Papier grob die Figur modelliert und das ganze mit Klebeband verfestigt. Die Schaufel erhielt aus Draht und Papier ebenfalls ein Grundgerüst.

Den Beton zum Kneten rührte ich gemäss der Anleitung an: in einer erstem Charge 500 g Pulver mit dem nötigen Wasser. Die Konsistenz hat Ähnlichkeiten mit Ton und mein Grundgerüst war innerhalb von 20 Minuten von einer ca. 2 – 3 cm dicken Schicht Beton umhüllt. Die Betonmasse reichte bis hier hin und somit rührte ich einen neue Charge an. Ich verwendete ein paar Milliliter Wasser mehr als zuvor und dies zeigte sich sehr deutlich in der Konsistenz: Die Masse war träger und liess sich nicht mehr so gut in Form bringen (Erinnerungen an Sandburgen am Strand wurden wach). Somit aufgepasst beim Anmischen, das Verhältnis muss stimmen und sollte mit Waage und Messbecher sorgfältig abgewogen werden. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass der Beton beim Anrühren nicht zu sehr stäubt – dieser Staub reizt die Atemwege.

Das Modellieren der Details wie Füsse, Arme, Augen und Nasenspitze war eine schnelle Sache: der Beton härtet nämlich relativ rasant aus. Je kleinteiliger die Form desto schneller wird das Material fest und es lässt sich schon nach ca. 30 Minuten nicht mehr umformen, sondern höchstens noch an der Oberfläche bearbeiten. Mir hat das schnelle Arbeiten sehr gut gefallen, man muss sich nämlich auf das Wichtigste konzentrieren. Details wie Fingerspitzen lassen sich mit etwas Fingerspitzengefühl dennoch umsetzen.

Trocknen und Bemalen
Mein 25 cm hoher Betonmaulwurf mit Innenleben aus Papier benötigte zwei Tage zur vollständigen Trocknung. Danach habe ich ihn mit der Airbrush meines Mannes mit schwarzer Acrylfarbe eingefärbt und mit Pink und Gold ein paar Farbakzente gesetzt.

Der Maulwurf steht nun seit einer Woche im Kräuterbeet und damit auch voll im Regen: Das Wetter könnte nicht feuchter sein, aber der Geselle macht bisher einen guten Eindruck – ein richtig gut gelaunter Kerl halt 😉

Zusammenfassung
Ich finde Beton zum Kneten einen sehr praktischen Werkstoff der genau richtig ist, wenn man mal schnell etwas langlebiges Basteln möchte. Wichtig ist wohl, dass man sich sehr genau überlegt, was man daraus formen möchte und dabei kompromisslos einfache Formen sucht. Der Maulwurf mit der Grundform einer Birne und den eng anliegenden Armen ist ein gutes Beispiel dafür. Filigrane, komplexe Formen sind wohl eher nicht umsetzbar: man hat nicht viel Zeit zum Modellieren und das Material hat die Tendenz zum absacken (nasser Sand…).

gz_maulwurf
maulwurf_ (11)
maulwurf_ (4)

Herstellerangaben

Ob draußen oder drinnen, verarbeiten Sie den staubarmen, faserverstärkten Beton zum Kneten, wo Sie möchten.

Die feine Knetmasse ermöglicht das Modellieren filigraner Strukturen, Ausstechen von Formen oder Abdrücken von Naturmaterialien und Stempeln. Gestaltete Objekte sind frostfest und witterungsbeständig.

Nachdem die Werke an der Luft getrocknet sind, können sie nach Belieben bemalt werden.

Beton zum Kneten ist:

  • staubarm: daher auch in Räumen zu verarbeiten
  • feinkörnig: filigran zu verarbeiten
  • geschmeidig: daher angenehm zu kneten