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Haarspülung selber herstellen

Haarspülung selber herstellen

Meine Haar sehen regelmässig eine Schere, aber dennoch sind sie ziemlich lange. 🙂
Damit ich den Spitznamen Rapunzel weiterhin unbesorgt tragen kann, pflege ich meine Haare beim Waschen gerne mit einer Spülung.

Haaröl
Es gibt auch die Möglichkeit nach dem Waschen zum Schutz ein hochwertiges Öl in die Haare zu geben. Dazu eignet sich aus meiner Erfahrung beispielsweise Brokkolisamenöl sehr gut: bei geringer Dosierung beschwert es die Haarspitzen nicht. Mit einem ätherischen Öl beduftet, verwöhnt man gleichzeitig auch noch die Sinne. Dennoch möchte ich auf eine Spülung nicht ganz verzichten, denn sie hilft mir auch, dass ich keine statisch geladenen, „fliegenden“ Haare habe.

Wirkung der Spülung «Rapunzel»
Das Rezept für meine Spülung hat sich über die Jahre verändert, da es auch immer wieder neue wertvolle Zutaten gibt. Zur Zeit verwende ich die folgende Rezeptur gerne. Leider sind die Wünsche bezüglich der Haarspülungen sehr individuell und nicht jeder wird die Eigenschaften dieser Spülung schätzen. Ich mag Spülungen, welche die Nasskämmbarkeit fördern und das Haar schön glatt erscheinen lassen. Dafür nehme ich auch gerne in Kauf, dass mein Haar kein Extravolumen erhält.

Anwendung
Die Spülung lässt sich mit der vorgeschlagenen Konservierung ungefähr 8 Wochen halten und wird wie gewohnt angewandt: eine kleine Menge in die Längen der feuchten Haare geben und nach einer kurzen Einwirkzeit ausspülen. Wie bei allen Spülungen ist es ratsam, zwischendurch eine Verwendungspause einzulegen.

Naturkosmetik?
Leider gibt es bei den Haarspülungen meistens eine naturkosmetische Problemzone: es sind die kationischen Emulgatoren. Sie sorgen dafür, dass sich die Haaroberfläche durch die positive Ladung glättet. In diesem Rezept übernimmt diese Aufgabe das Produkt Amid S 18, welches aus Palmöl hergestellt wird. Bisher konnte ich keine Alternative testen, welche diesen kationischen Emulgator erfolgreich ersetzt.

Rezeptur Haarspülung Rapunzel (100 g)

19.5 g Fettphase (19.5 %)

Öle, Buttern und Wachse (13 g | 13 %):

          • 4 g Brokkolisamenöl (4 %)
          • 4 g Kokosöl (4 %)
          • 5 g Avocadoöl (5 %)

Emulgatoren/Konsistenzgeber (6.5 g | 6.5 % | 23.1 % der Fettphase)

          • 2 g Conditioner Emulsifier vegetable (2 %)
          • 2 g Amid S 18 (2 %)
          • 0.5 g Emulsan (0.5 %)
          • 2 g Cetyl Alcohol (2 %) als Konsistenzgeber

 

80.5 g Wasserphase (80.5 %)

Wirkstoffe (3 g | 3 %):

          • 1 g Panthenol (1 %)
          • 1 g Glycerin, pflanzlich (1 %)
          • 1 g Keratin, pflanzlich (1 %)

Hilfs- und Zusatzstoffe (3 g | 3 %):

          • 1 g Rokonsal™ BSB-N (1 %)
          • 1 g Milchsäure (1 %)
          • 1 g ätherisches Palmarosaöl (1 %, das sind ca. 20 Tr.)

74.5 g Wasser (74.5 %)

          • 74.5 g abgekochtes Wasser (74.5 %)

Herstellung

  1. Öle im Becherglas wiegen. Tipp: zuerst die Flüssigen, so dass bei Überdosierung korrigiert werden kann.
  2. Emulgatoren und Konsistenzgeber in das gleiche Becherglas hinein wiegen
  3. Wasser im zweiten Becherglas abwiegen und mit Milchsäure sauer einstellen
  4. Die beiden Bechergläser im selben Wasserbad auf eine Temperatur von 75 °C erwärmen: dabei Öl und Emulgatoren rühren.
  5. Das Wasser in das Becherglas mit dem Öl schütten und mit dem Rührgerät mindestens 2 Minuten homogen rühren. Zur Seite stellen.
  6. In einem kleinen Schälchen die Wirk-, Hilfs- und Zusatzstoffe (ausser der bereits verwendeten Milchsäure) abwiegen.
  7. Die Emulsion erneut mit dem Rührgerät rühren. Auf Handwärme (< 40 °C) abkühlen lassen.
  8. Die Wirk-, Hilfs- und Zusatzstoffe zur Emulsion geben und gut einrühren.
  9. Mit einem PH-Indikator überprüfen: die Emulsion sollte < pH 5 sein. Gegebenenfalls mit Milchsäure tropfenweise einstellen.
  10. Spülung in eine sterilisierte Flasche abfüllen.
  • Es ist wichtig, dass die Spülung einen pH-Wert unter 5 aufweist, damit Amid S 18 seine konditionierende Eigenschaft entfalten kann.
  • Für die konservierende Wirkung von Rokonsal ist der optimale pH-Wert-Bereich: < pH 5,4.

 

Zutaten austauschen
Es können sowohl die Öle, wie ich auch die Wirkstoffe an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Für die Rezeptur essentiell ist der Emulgator Amid S 18. Die Koemulgatoren, sowie der Konsistenzgeber können ebenfalls angepasst werden, z.B. um eine andere Textur zu erreichen.

Zutaten (100 g)

  • 4 g Brokkolisamenöl (4 %)
  • 4 g Kokosöl (4 %)
  • 5 g Avocadoöl (5 %)
  • 2 g Conditioner Emulsifier vegetable (2 %);
    INCI: Cetearyl Alcohol, Lecithin, Sodium cetearyl sulfate, Vegetable oil
  • 2 g Amid S 18 (2 %); INCI: Stearamidopropyl Dimethylamine
  • 0.5 g Emulsan (0.5 %); INCI: Methyl Glucose Sesquistearate
  • 2 g Cetyl Alcohol (2 %) als Konsistenzgeber
  • 74.5 g Wasser (74.5 %) (durch abkochen keimfrei gemacht)
  • 1 g Milchsäure (1 %); INCI: Lactic Acid
  • 1 g Panthenol (1 %)
  • 1 g Glycerin, pflanzlich (1 %)
  • 1 g Keratin, pflanzlich (1 %); INCI: Hydrolyzed corn protein, Hydrolyzed wheat protein, Hydrolyzed soyprotein, Leuconostroc /Radish root ferment filtrate
  • 1 g Rokonsal™ BSB-N (1 %); INCI: Benzyl Alcohol, Glycerin, Benzoic acid, Sorbic acid
  • 1 g ätherisches Palmarosaöl (oder nach Belieben) (1 %, das sind ca. 20 Tr.)

Werkzeug

Alles was direkt in Berührung mit den Rohstoffen kommt, wird mittels abkochen oder reinigen mit Alkohol sterilisiert.

  • zwei Bechergläser
  • ein kleines Schälchen
  • Löffel oder Spatel
  • Waage auf 0,1 Gramm genau wiegend
  • Küchenthermometer
  • Rührgerät: zum Beispiel leistungsstarker Stabmixer
  • pH-Indikatorstreifen
  • Pfanne für Wasserbad
          • Das Rezept der Haarspülung ist durch das Einlesen und Versuchen über einige Jahre entstanden. Es gibt hier also keine Ursprungsquelle mehr.
          • Die Grundlagen meines Wissens über die Herstellung von Naturkosmetik habe ich überwiegend aus den zwei sehr empfehlenswerten Büchern von Heike Käser Naturkosmetische Rohstoffe und Naturkosmetik selber machen

Es gibt sehr viele Shops im Internet, welche Rohstoffe für Kleinkunden verkaufen. Ich habe zum Beispiel im Shop Manske schon erfolgreich bestellt.

          • Viele spannende Informationen über naturkosmetische Rohstoffe sind bei Olionatura zu finden.
          • Zur Unterstützung der Planung von eigenen Rezepturen hilft der Rezeptrechner von Olionatura.

Marzipan selber machen

Marzipan selber machen

Als Kind musste ich einige Jahre in die Sprachschule und ich kann mich eigentlich nur noch an etwas davon erinnern: an das Marzipanrezept einer meiner Logopädinnen. Das Rezept ist unglaublich simpel, aber man benötigt Feingefühl für den Herstellungsprozess. Damit man sich minutenlanges Kneten sparen kann, ist eine Küchenmaschine zum Mixen und Zerkleinern sinnvoll.

Zubereitung

(15 min)

  1. Den Zucker mit der Küchenmaschine zu feinem Puderzucker mahlen
  2. Ebenso die Mandeln so lange mixen, bis die Masse zu kleben beginnt
  3. Zucker, Mandelmasse und einige Tropfen Flüssigkeit miteinander verkneten
  4. So lange kneten, bis das Öl aus der Mandelmasse austritt und sich mit dem Puderzucker verbindet. Die Mandelmasse ist fertig, wenn sie beim Probieren angenehm nach Marzipan schmeckt.
  5. Kleine Kugeln formen und locker im Kakao wälzen

Das Rezept kann beliebig variiert oder ergänzt werden: Honig, Schokoladenüberzug, Kokosraspeln, Lebensmittelfarbe…der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Qualität der Rohstoffe bestimmt den feinen Geschmack.

Zutaten

Bitte alle Zutaten in Bioqualität kaufen – sich selbst und der Umwelt zu liebe. Vor allem auch bei den Mandeln auf das Herkunftsland achten. Es gibt auch europäische Mandelbäume.

  • 100 g Mandeln geschält
  • 100 g Zucker
  • einige Tropfen Zitronensaft, Wasser, Kirsch oder andere Wässer.
  • Kakaopulver zum bepudern

Shortbread mit Ingwer

Shortbread mit Ingwer

Shortbread ist für mich eine unwiderstehliche Versuchung: Butter, Zucker, Mehl und Salz leicht gebacken – eine sündige, staubtrockene Süssigkeit auf das Nötigste reduziert und doch so gut, dass ich süchtig danach werde. Es kommt auf das richtige Verhältnis von süss, salzig und buttrig an, damit die Glückshormone verrückt spielen. Shortbread ist eben gerade in seiner Einfachheit perfekt und trotzdem habe ich mich an eine Erweiterung gewagt: warum nicht noch Schärfe als Geschmacksrichtung hinzufügen? Ein gewagtes Experiment, aber aus meiner Sicht lohnt es sich.

Zubereitung

(15 min Zubereitungszeit, 1 Stunde Ruhezeit, 30 min Backzeit)

  1. Der Abrieb der Orange mit etwas Zucker vermischen und etwas durchkneten, auf die Seite stellen
  2. Zucker und Butter homogen verrühren
  3. Den frischen Ingwer schälen und mit einer Presse den Saft mit 3 EL Orangensaft zum Butter-Zucker-Gemisch geben
  4. Salz und getrocknete Ingwerwürfel im Mehl mischen und der Butter-Zucker-Mischung zu geben, alles homogen zusammenfügen (falls der Teig zu trocken ist, kann Orangensaft ergänzt werden)
  5. Den Teig im Kühlschrank eine Stunde ruhen lassen
  6. Den Teig auf etwas Zucker 1 cm dick auswallen und mit der Gabel kleine Löcher einstechen
  7. Den Teig bei 180°C 15 min backen (meine sind etwas zu dunkel geworden)
  8. Shortbread aus dem Ofen nehmen, mit der Zuckermischung bestreuen und in die gewünschte Form schneiden
  9. Falls gewünscht: die dunkle Schokolade schmelzen und mit 5 Tropfen ätherischem Orangenöl vermischen. Die Schokolade über die geschnittenen Shortbreads träufeln. Geniessen und Verschenken.

Zutaten

Bitte alle Zutaten in Bioqualität kaufen – sich selbst und der Umwelt zu liebe 🙂

  • 30 g getrockneter Ingwer, in feine Würfel geschnitten
  • 1 daumengrosses Stück frischer Ingwer
  • 1 Bio-Orange, die Schale abgerieben und der Saft ausgepresst
  • 200 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 330 g Mehl
  • 1/2 EL Salz

Wer will: Schwarze Schokolade und etwas ätherisches Orangenöl in Lebensmittelqualität

Gartentee 2017

Gartentee 2017

Ich sammle im Sommergarten Kräuter und Früchte, welche ich für die Teezubereitung schonend nach dem Ernten trockne. In Dosen Kraut für Kraut aufbewahrt, wartet das Sammelgut auf seinen Einsatz im Herbst: dann Mische ich meinen Gartentee. Weil jedes Jahr etwas anderes besonders gut wächst, gibt es immer individuelle Tees, die zu den Erlebnissen des Jahres passen.

Mischung 2017
In diesem Jahr habe ich folgende Mischung erstellt:

Basispflanze, Füll- und Aromapflanzen (60%):

  • Holunderblüten (die Blütchen von den Dolden in trockenem Zustand abgestreift)
  • Pfefferminze
  • Zitronenverbene
  • Dost

Schmuckpflanzen (30%):

  • Aroniabeeren
  • Hagebutten (Kerne und Haare entfernt)
  • Ringelblumenblüten (ganze)

Aromazutat (10%):

  • Orangenschale (getrocknet und im Mixer grob zerkleinert)

Der Tee schmeckt ausgesprochen freudig und schaut aufgegossen auch wunderschön aus. Selber Tee zu ernten, trocknen und mischen lohnt sich sehr: kein gekaufter Tee schmeckt so unversehrt. Durch die schonende Behandlung der Blätter brechen sie erst beim Teeaufguss auf: viele ätherische Öle sind noch vorhanden.

Wirkung
Ich trinke den Tee in erster Linie zum Genuss. Dennoch hat er sicher auch eine gesundheitserhaltende Wirkung: Dazu folgend noch einige Hinweise zur Wirkung der einzelnen Teekomponenten (Quelle: Tee aus Kräutern und Früchten, Rudi Beiser). Insgesamt wirkt der Tee zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten positiv: der Holunder wirkt schweisstreibend und in den Beeren und Orangenschale stecken viele Vitamine.

  • Holunderblüten: die Blüten haben eine schweisstreibende Wirkung und helfen somit Erkältungen zu vertreiben.
  • Pfefferminze: wirkt krampflösend und blähungstreibend.
  • Zitronenverbene: wirkt krampflösend bei Verdauungsbeschwerden.
  • Dost: wirkt krampflösend bei Verdauungsbeschwerden und wird bei Husten eingesetzt.
  • Ringelblume: wird gerne in Tees gegen Magen-Darm-Beschwerden oder in Leber-Gallen-Tees eingesetzt
  • Hagebutten: haben einen hohen Gehalt an Vitamin-C
  • Aroniabeeren: Enthalten neben Vitamin-C auch grosse Mengen Anthocyane.
Gartentee 2017 3
Gartentee 2017 4

Bärlauchkapern

Bärlauchkapern

Hier ein simples Rezept mit welchem ihr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt: Einerseits kriegt ihr lecker würzige Kapern und andererseits könnt ihr den Bärlauch in eurem Garten durch das beernten der Knospen etwas eindämmen.

Zubereitung

  • Die Bärlauchknospen waschen und im Sieb abtropfen lassen
  • Die sterilisierten Gläser mit den Bärlauchkapern befüllen
  • Den Apfelessig mit den Gewürzen aufkochen
  • Den Apfelessig mit den Gewürzen siedend heiss in die Gläser füllen und verschlossen auf den Deckel stellen
  • Nach einer Woche sind die Kapern genussbereit

Den aromatisierten Essig kann man wunderbar für Salatsaucen und ähnliches verwenden.

Zutaten

für 100 Gramm Bärlauchknospen (ca. 3 kleine Gläser):

  • 100 g Bärlauchknospen
  • 1 EL Pfefferkörner
  • 1 EL Salz
  • 1 EL Koriandersamen
  • 1 EL Senfsamen
  • 1 EL Honig
  • 3 dl Apfelessig

3 kleine, sterilisierte Gläser mit Schraubverschluss

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