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Wildbienenhaus gemeinsam bauen

Wildbienenhaus gemeinsam bauen
Wildbienenhaus gemeinsam bauen 1

Unser Insektenjahr
Genau vor einem Jahr haben Sascha und ich uns entschieden einen Basteltag für Insektenhotels zu planen. Dieser hat im Sommer 2018 stattgefunden und ich möchte davon berichten. Die Kapitel werden sein:

  1. Woher erhält man das Material für die Wildbienenhäuschen?
  2. Welche Vorbereitungen muss man für den Tag treffen, damit man auch in kurzer Zeit ein tolles Ergebnis erreicht?
  3. Welche Arbeiten eignen sich für Kinder, welche müssen von Erwachsenen übernommen werden?
  4. Zu welchem Zweck dient so ein Hotel und wo stellt man es auf?

Nebenbei erzähle ich euch über wichtige Punkte, die ihr für den Bau beachten müsst, damit das Wildbienenhaus auch erfolgreich besucht wird.

Der Tag war aus meiner Sicht ein voller Erfolg und ich bin sehr dankbar für das rege Interesse und die schöne Stimmung, die wir erleben konnten. Mit diesem Bericht rege ich gerne andere dazu an, auch solch einen Schwerpunkttag zu organisieren: es lohnt sich!

1. Woher erhält man das Material?

Gut, haben wir im vergangenen November mit den Vorbereitungen für den Basteltag begonnen. Wenn man einige Häuschen aufs Mal bauen will, dann benötigt man wirklich sehr viel Material. Natürlich muss es auch nicht das Ziel sein, die Häuschen schon komplett zu füllen, denn es kann sich sogar lohnen, das Haus Jahr für Jahr „auszubauen“ um einer wachsenden Population Platz zu bieten. Da die Lebenszyklen von Wildbienen auch über zwei Jahre andauern können, sind gewisse Nist- und Überwinterungsplätze länger besetzt. Es muss also nicht das Ziel sein Material für die Vollbesetzung zu organisieren, sondern es ist auch eine schöne Sache, wenn die Häuschenbesitzer über längere Zeit immer wieder einmal das Wildbienenhäuschen bestücken können und sich dann aktiv damit beschäftigen. Da wir bei der Materialsuche nichts stehlen oder der Natur ungünstig entnehmen wollten, ist es gut, wenn man früh mit Sammeln beginnt. Der Winter und das Frühjahr sind dafür gute Jahreszeiten.

Wir haben uns entschieden, dass wir für die Häuserhülle alte Weinkisten benützen. Diese ergänzt mit einem Dach und einigen Brettchen zur Unterteilung sollen das Grundgerüst bilden. Wir haben in Weinhandlungen nach Kisten gefragt und auch eine Schenkung erhalten. Ebenso haben wir aus dem Bekanntenkreis einige Weinkisten geschenkt bekommen. Weinkisten sind heutzutage beliebt und es lohnt sich, sich bei einigen Weinhändlern telefonisch zu melden, um nicht zu viele erfolglose Touren zu starten. Für die Dächer haben wir eine Schenkung von zugeschnittenen Brettern von einem Freund mit eigener Werkstatt erhalten. Wir haben die Dächer mit Dachpappe verstärkt, somit ist es nicht so relevant, welche Art Holz wir für die Dächer genommen haben (es ist der Witterung nicht ungeschützt ausgesetzt). Aber stabil genug, um das Gewicht der Dachpappe zu tragen, muss es sein.

In vielen grossen Gärten stehen dekorative Gräserstauden, welche mühsam zu schneiden sind. Somit sind die Besitzer*innen meist froh, wenn man fragt, ob man im Frühjahr die Grashalme schneiden darf 🙂 Die Grashalme haben im Innern eine Füllung aus weichem Mark. Dies muss beim Bau der Nisthilfen noch entfernt werden. Das Schilf hingegen ist von Natur aus hohl. Dafür sind die Grashalme – je nach Art und Grösse der Staude – sehr stabil und ähneln in der Festigkeit sogar dem Bambus.

Eine gute Möglichkeit an Schilf zu gelangen ist, bei der Gemeinde, welche ein Biotop pflegt, anzufragen, wann sie dieses schneiden. Wir haben auch entlang eines Flusses im Frühjahr Schilfhalme geschnitten. Dabei unbedingt eine gute Rebscheren mitnehmen, damit der Schnitt leicht von der Hand geht und das Halm nicht zu sehr quetscht. Als Transporttasche haben wir eine grosse Mehrwegtasche vorne und hinten aufgeschnitten, um die Halme als grosses, kompaktes Bündel nach hause tragen zu können. Die Blütenstände unbedingt schon am Schnittort zurück lassen, damit sich das Schilf versamen kann. Da die Schilfrohre als Überwinterungsplätze dienen, sollten die Halme erst nach den letzten Frösten geschnitten werden. Ebenfalls ist es für die Gesundheit der Pflanze wichtig, dass die Halme erst im Frühjahr geschnitten werden: ansonsten dringt Wasser in die Schnittstellen ein und es kann zu Fäulnis in der Wurzel und somit zum Tod der Pflanze kommen.

Wildbienenhaus gemeinsam bauen 5

Auch Bambus trifft man heutzutage in vielen Gärten an. Es gibt unglaublich viele Arten und es eignen sich solche Bambus-Stäbe, deren Durchmesser nicht grösser als 1 cm sind. Wir durften in mehreren Gärten schneiden bzw. haben ältere Stäbe geschenkt bekommen. In einem Garten durften wir einen wunderschönen Bestand von 5 Meter hohen Bambusstäben etwas schmälern: leider sind die Stäbe jedoch im Durchmesser zu dick und wir werden sie mehrheitlich für andere Gartenbauzwecke verwenden. Es ist eine wirklich beeindruckende Pflanzenart!

Das Holz, in welche die Nistlöcher gebohrt werden, muss einige Kriterien erfüllen. Es ist wichtig diese Kriterien wirklich ernst zu nehmen, um eine gut funktionierende Nisthilfe bauen zu können. Beim Holz muss es sich grundsätzlich um hartes Laubholz handeln, das unbehandelt ist. Es eignet sich beispielsweise das Holz der Buche oder von verschiedenen Obstbäumen sehr gut. Nadelhölzer sind aufgrund des hohen Harzgehaltes nicht zu verwenden: Wildbienen meiden es, um sich daran nicht die Flügel zu verkleben. Das Holz sollte gut abgelagert sein, damit sich beim weiteren Trocknen nicht Risse bei den Nistlöchern bilden und die Nisthilfe damit unbrauchbar wird.
So lohnt es sich, sich früh in der Nachbarschaft oder dem Freundeskreis umzuhören, ob in den letzten Jahren ein Baum gefällt wurde und in einem Schuppen noch ein paar Stücke auf weitere Verwendung warten. Ebenso kann man vielleicht ein paar Scheite Brennholz aus einem älteren Bestand erhalten. Auch Hartholzreststücke aus einer Werkstatt oder Schreinerei eignen sich prima zur Verwertung. Natürlich müssen sie eine gewisse Dimension aufweisen, damit die Nisthilfen noch in sinnvoller Länge (5 – 10 cm) hinein gebohrt werden können.

Für den weiteren Bau des Hotels benötigt es diverse Kleinmaterialien, welche man im Vorfeld sammeln kann: Holzleim, Malerband, Schrauben, kleinere Holzstücke (Befestigung Etagenbretter), Maschengitter, evtl. Dachpappe.

2. Vorbereitungen für den Basteltag

Einladung – Wer soll kommen?
Wir haben einen persönlichen Brief per Mail an Freunde versendet, welche einen eigenen Garten oder einen Balkon besitzen. Wir haben uns bei der Anfrage an diejenigen Personen gewendet, welche Zeit, Freude und Platz für die Betreuung eines Wildbienenhauses haben könnten. Es ist wichtig, dass das Wildbienenhotel von einer gewissen örtlichen Konstanz profitieren kann: Der Standort der Nisthilfe sollte möglichst nie verändert werden. Die Bienen suchen sich schliesslich dort die Nistplätze, wo es im Umfeld die nötigen Ressourcen hat, damit die Brut nach dem Schlüpfen auch überleben kann. Platziert man die Bienenbrut also plötzlich an einem anderen Ort, geht man das Risiko ein, dass die Bienen nach dem Schlüpfen zum Beispiel an Nahrungsmangel sterben. Dies wird umso verständlicher, wenn man weiss, dass es hochspezialisierte Wildbienenarten gibt. Einige Bienen haben sich zum Beispiel auf Glockenblumen spezialisiert und können ohne diese Trachtpflanze nicht überleben. Auch unbedingt zu beachten gilt, dass man im Winter das Haus nicht an einen warmen Ort o.ä. zwischenlagern darf. Die kalte Jahreszeit gehört zum Zyklus der Bienen dazu und man tut ihnen mit Wärme keinen Gefallen. Deshalb haben alle Freunde und Freundinnen mit Garten, Schrebergarten, Balkon etc. Emailpost von uns bekommen. Hier als Beispiel der Text:

Beispielbrief

Insektenhotels basteln

Liebe Freundinnen und Freunde
Sascha und ich haben uns vorgenommen uns in diesem Jahr etwas genauer mit den Insekten zu beschäftigen. Wie ihr vielleicht aus den Medien gehört habt, steht es um die Bestände der Fluginsekten nicht gut und auch der Rest der Insektenwelt wird es wohl ähnlich schwer haben.
immer wieder ist die Rede, dass jeder etwas gegen das Verschwinden tun kann.

Unser Beitrag ist deshalb unter anderem, dass wir euch zu einem Basteltag einladen möchten. Wir basteln zusammen Insektenhotels, besser gesagt Nist- und Überwinterungshilfen für Solitärbienen.
Ziel ist, dass jede Partei das eigene Hotel bastelt und im Garten bzw. Dem Balkon installiert.

Habt ihr Lust und Zeit? Tragt euch hier im Doodle ein, wir schauen dann, welcher Termin beliebter ist:
https://doodle.com/****

Sascha und ich haben schon einiges an Material gesammelt. Trotzdem werden wir die Insektenhotels nicht ganz mit Material füllen können (man kann die Hotels immer selbstständig befüllen). Falls ihr Zugang zu Bambus, gut getrocknetem Hartholz (keine Nadelhölzer), Grashalmen, Schilf, leeren Schneckenhäusern oder ähnlichem habt, nehmt diese am Basteltag mit.

Wir haben leere Weinkisten gesammelt, welche wir als Gehäuse zum Befüllen verwenden. Die Masse sind ungefähr klein 34 cm hoch x 27 cm breit, sowie gross 50 cm hoch und 33 cm breit, die Tiefe ist jeweils ca. 17 cm. Benötigt ihr ein Dach als Regenschutz auf dem Insektenhotel oder könnt ihr das Hotel bestenfalls regengeschützt aufstellen? Bitte gebt im Doodle an, was ihr euch wünscht. Wir werden am Tag ein Kässeli aufstellen, in das ihr geben könnt was ihr wollt. Das Geld kommt der nächsten Idee zur Unterstützung der Insekten zugute… 🙂

Liebste Grüsse
Aline&Sascha

Es ist gut, wenn man bald weiss, wie viele Personen teilnehmen können. Wir haben am Basteltag sechs Wildbienenhäuser gebaut und mehr würde ich nicht unbedingt empfehlen. Ressourcen wie Zeit, Material, Platz und Werkzeug sind mit sechs Häusern gut zu bewerkstelligen.

Natürlich hängt die Gruppengrösse auch vom bestehenden Raum ab, den man zur Verfügung hat. Wir haben im Garten gebastelt und weil der Wetterbericht nicht sicher war, haben wir prophylaktisch ein Partyzelt zur Überdachung aufgebaut. Neben den Bastelstationen mit dem jeweiligen Werkzeugbedarf, benötigten wir auch einen Tisch an dem wir Mittagessen konnten. Da auch kleinere Kinder dabei waren ist es gut, auch für sie einen Platz zum Spielen zu haben, der sicher genug ist und sie Abstand zu den lärmenden Maschinen haben. Im übrigen haben wir auch die Nachbarn vorgewarnt, dass es an diesem Tag etwas lauter wird: die Bohrmaschinen sind nicht ohne…

Arbeitsstationen
Wir haben mit zehn Erwachsenen und sechs Kindern und zwei Babys in drei Gruppen folgende Arbeitsstationen durchgeführt:

A) Hausbau mit Dach
B) Bambus und Schilf bearbeiten
C) Hartholzbohren

weitere Arbeitsstationen für die Kinder waren:

  • Ohrwurmhäuser basteln
  • Lösstöpfchen befüllen
  • Hotel bemalen

Alle drei Gruppen haben alle drei Stationen durchlaufen (drei Schichten): ausser beim Hausbau haben alle Gruppen für alle gearbeitet und produziert. Das produzierte Nistmaterial wurde am Schluss aufgeteilt. Der Tagesplan sah ungefähr folgendermassen aus:

  • 10-11 Uhr: Information Wildbienenhaus und Tagesablauf
  • 11-12 Uhr: Schicht 1
  • 12-13 Uhr: Mittagessen
  • 13-14 Uhr: Schicht 2
  • 14-15 Uhr: Schicht 3
  • 15-16 Uhr: Häuser bestücken und abschliessen

Meine Eltern haben uns beim ganzen Tag unterstützt und so hat jeder eine Station betreut. Das ist wichtig, denn man darf nicht unterschätzen, dass die Stationen zwar simpel klingen, aber doch einiges an handwerklichem Geschick und vor allem Erfahrung fordern. Da wir alles schon einmal vorab ausprobiert hatten, wussten wir, auf was zu achten ist, damit man auch zügig voran kommt. Klassische Zeitfresser sind zum Beispiel, dass die Bohrerspitze bricht, oder das Band der Bandsäge immer wieder herausfällt und man es neu einsetzen muss. Für das Auspulen des Markes bedarf es zum Beispiel einiger Kniffe und speziellem Werkzeug, damit man schnell voran kommt.

Die Arbeitsstationen und Kinderposten im Detail

A) Hausbau mit Dach

  • Dachkonstruktion anleimen und anschrauben
  • Dachpappe an das Holzdach nageln
  • Hölzchen in die Weinkiste leimen und schrauben
  • Raumteiler an den Hölzchen anleimen und anschrauben

Material:

  • Vorgefertigte und gebohrte Holzteile (Weinkiste, Dach, Keile für das Dach, Seitenhölzchen für die Befestigung der Raumteiler, Raumteiler)
  • Vorgeschnittene und geritzte Dachpappe
  • Holzleim
  • kleine Schrauben
  • Nägel

Werkzeug:

  • Schraubenzieher/ Akkuschrauber
  • Klappmeter, rechter Winkel
  • Schraubzwingen
  • Hammer

B) Bambus, Gras und Schilf bearbeiten

  • Schilf, Bambus und Gräser an der Bandsäge in die richtige Länge zuschneiden
  • Gräser vom Mark entfernen: dazu werden am besten Drähte verwendet
  • Kanten des geschnittenen Gras, Schilfs und Bambus mit Schleifpapier glätten
  • Röhren bei Bedarf an einem Ende mit Watte ausstopfen, so dass sie geschlossen sind
  • Bündel fassen und mit Malerband umwickeln
  • Maschendrahtgeflächt als Vogelschutz zum Abdecken der Bündel zuschneiden

Material:

  • Schilf, Gräser, Bambus
  • Schleifpapier
  • Drahtgeflächt
  • Malerband
  • Watte

Werkzeug:

  • Drahtstücke zum Durchstossen der Gräserhalme
  • Bandsäge oder alternativ eine Laubsägemaschine
  • Drahtschere

C) Hartholzbohren

  • Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser (2-9 mm breit, 5-10 mm tief) in das Hartholzbohren
  • Löcher sorgfältig mit feinen Rundschleifen oder mit Schmiergelpapier umwickelten Holzstäbchen aus schmirgeln
  • Bohrlochkante fein brechen oder schmirgeln

Material:

  • Hartholz mindestens ein Jahr gelagert: wir haben die Runden Hölzer des Pflaumenbaums an der Seite angeschliffen, da nicht ins Stirnholz sonder gegen die Fasern gebohrt werden muss. Das Holz ist noch nicht sehr lange abgelagert und wenn die Löcher sich dann im Stirnholz befinden, ist die Chance sehr gross, dass das Holz sternförmig durch viele Löcher aufreisst. Nisthöhlen die Spalten aufweisen werden nicht angeflogen. Das Holz sollte also eigentlich länger als ein Jahr getrocknet sein und wenn möglich sollte man nur ins Längsholz bohren, um Spannungsrisse in den Nistgängen zu vermeiden. Ich habe bei meinem alten Insektenhotel Asthölzer verwendet, die schon sehr lange gelagert wurden und dort haben sich Bohrungen ins Stirnholz nicht durch Risse gerächt. Wer sicher sein will, beachtet die zwei oben genannten Regeln. Zum Abschleifen der runden Hölzer haben wir eine Bandschleife verwendet.
  • Schleifpapier

Werkzeug:

  • Stand- oder Handbohrmaschinen
  • Schraubzwingen zum Befestigen der Hölzer
  • Eventuell Rundschleifen oder Holzstäbe umwickelt mit Schmirgelpapier

Ohrwurmhäuser basteln

Das Töpfchen kann in Obstbäume gehängt werden und dient dort als Schlafort unter Tage. Ohrwürmer sind nämlich nachtaktiv und gehen dann auf Jagd nach Blattläusen und anderen Insekten, welche für die Pflanzen zur Belastung werden können. Da weichschalige Früchte auch einmal ausnahmsweise angefuttert werden (und zwar vor allem in trockenen Perioden) ist es am besten das Häuschen in den Apfel-, Birnen- oder beispielsweise den Quittenbaum zu hängen. Falls sich bei einem Kirschbaum einmal eine Überpopulation zeigt, kann das Häuschen auch zum Umsiedeln der Ohrwürmer dienen: schnell wird das Haus am überbevölkerten Baum als Tagesstätte angenommen und kann mit samt der schlafenden Fracht umgehängt werden.

  • Maschendrahtgeflächt zuschneiden, so dass damit die grosse Öffnung des Töpfchens bedeckt werden kann
  • Eine Schnur zuschneiden und durch die kleine Öffnung des Töpfchens einfädeln
  • An der Schnur ein Holzstäbchen festbinden, das die Schnur im Töpfchen verankert
  • Die Schnur wieder entfernen und das Töpfchen bunt bemalen
  • Wenn das Töpfchen trocken ist, die Schnur einfädeln und das Töpfchen mit Holzwolle füllen
  • Das Gitter mit dem Schnurende fixieren
  • Das Töpfchen an einen gewünschten Ort hängen

Material:

  • kleine Tontöpfe
  • Stäbchen oder Perlen, welche nicht durch das Bodenloch der Töpfchen rutschen können
  • Schnur
  • Holzwolle oder Stroh
  • Maschendrahtgitter
  • Bei Wunsch: Wasserfeste Farbe zum Bemalen

Werkzeug:

  • Drahtschere
  • Schere

Lösstöpfchen befüllen

Löss ist ein Sediment, dass sich vor allem auch im trockenen Zustand durch seine weiche Struktur auszeichnet. An Lösswänden siedeln bestimmte Arten von Wildbienen, aber mit den Töpfchen kann dieser Lebensraum nicht nachempfunden werden: Die Bienen, welche in Lösswänden nisten, bauen Gangsysteme ins Sediment, die grösseren Platz in Anspruch nehmen. Dennoch ist Löss ein wichtiges Material, denn auch andere Bienen verwenden Lehm, um die Nisthöhlen zu schliessen. Da wir bei einem Spaziergang auf einen Lössberg in Form eines Bauaushubs gestossen sind, haben wir mehrere Kisten davon mitgenommen. Aus Lösswänden, vielleicht sogar in Naturschutzgebieten, sollte man natürlich kein Material entwenden. Trotzdem lohnt es sich die Augen zum Beispiel bei Baustellen offen zu halten: Löss erkennt man gut daran, dass man ihn auch in hartem, beziehungsweise trockenem Zustand ganz leicht mit dem Fingernagel bearbeiten kann.
Das Befüllen der Lehmtöpfchen hat den Kinder grossen Spass gemacht!

  • Den Löss leicht anfeuchten und in die Tontöpfchen füllen

Material:

  • Löss
  • Tontöpfchen
  • Wasser

Hotel bemalen

Sascha hat wunderschöne Schablonen gezeichnet und diese von Hand mit einem Skalpell aus dicker Transparentfolie herausgeschnitten. Die so entstandenen Schablonen haben wir verwendet um den Häusschen den letzten Schliff zu geben: mit wasserfester Farbe und dicken Pinseln haben die Kinder die Motive in verschiedenen Farben auf die Häuschen aufgebracht.

  • Schablonen mit Klebeband provisorisch fixieren, oder gut festhalten
  • Mit dicker Farbe (kein Wasser, sonst verläuft es) die Schablone mit einem steifen Pinsel „abstupfen“
  • Folie entfernen

Material:

  • Pinsel
  • Wasserfeste Farbe, zum Beispiel Acrylfarbe
  • Schablone mit Motiven

3. Arbeiten für Kinder im Schulalter

Folgende Arbeiten eignen sich für die Mithilfe von Kindern im Schulalter:

  • Ausputzen des Marks mit Hilfe von Drähten (Achtung keine scharfen Drahtkanten wegen Verletzungsgefahr stehen lassen)
  • Bündeln und umwickeln der Grashalme mit Klebeband
  • Schleifen der Kanten
  • Ausputzen der Bohrlöcher mit Schmirgelpapier
  • Ohrwurmhäuser basteln
  • Lösstöpfe befüllen
  • Häuschen verzieren und bemalen (Hier kann der Fantasie mit Naturmaterialien freien Lauf gelassen werden: schön wären zum Beispiel angeklebte, leere Schneckengehäusen, Tannzapfen etc.)
  • Unter Mithilfe von Erwachsenen ist auch das Bohren der Löcher möglich: man muss aber gut aufpassen, weil das gleichzeitige betätigen der Bohrmaschinentaste, sowie Halten und Führen des Bohrers nicht einfach ist. Höchste Vorsicht ist mit langen Haaren geboten. Sie müssen zusammengebunden werden, damit sie nicht in den Gewindeschaft eingezogen werden. Das gilt auch für Erwachsene.

4. Was ist ein Wildbienenhaus?

Inforunde Einführung
Den Tag haben wir mit einer kleinen Inforunde am Tisch gestartet, an dem ich kurz erzählte, wie wir auf die Idee für den Basteltag gekommen sind. Dazu habe ich auch auf die Studie zum Insektensterben hingewiesen. Ich gebe folgend zusammengefasst die wichtigsten Punkte unserer Anliegen wider.

Das Insektensterben ist medial sehr präsent und viele Menschen würden gerne aktiv etwas dagegen tun. Sinnvolle Aktivitäten sind :

  • Sich als Konsumentin und Konsument nachhaltig zu verhalten: Lebensmittel wie Gemüse, Milchprodukte, Früchte, Brot regional, am besten direkt beim Landwirt mit Biozertifizierung, zu kaufen. Fleischkonsum auf ein sinnvolles Mass (nicht mehr als ein bis zweimal in der Woche) zu reduzieren. Haushaltsprodukte, Kosmetik und Kleider nachhaltig produziert zu kaufen und mit Sachverstand auszuwählen. Bei Reisen und Mobilität auf das Flugzeug zu verzichten und im Alltag so oft wie möglich ÖV und Fahrrad verwenden oder zu Fuss gehen. Diese Massnahmen benötigen wohl Umdenken, kommen aber schlussendlich der Natur und einem selber am allermeisten zu Gute 🙂
  • Sich bei einer Naturschutzinstitution einschreiben und diese passiv oder aktiv unterstützen.
  • Am allerwichtigsten ist der Erhalt von Naturschutzgebieten. Keine andere Massnahme ist für den Erhalt der Wildbienenvielfalt wichtiger als dies. Naturschutzgruppen zu unterstützen, welche sich für den Erhalt von Naturstandorten einsetzen, ist somit sicher zur Zeit das Effektivste. Vor allem auch regionale, oder kleine Gruppen sind sicher froh um jedes Mitglied, das seine Stimme zur Verfügung stellt.
  • Damit das Thema nicht nur dank medialer Schlagzeilen kurzfristig interessant ist, ist eine wichtige indirekte Massnahme, im persönlichen Umfeld immer wieder an die Thematik anzuknüpfen und die Wildbienen und Insekten nicht aus dem Fokus zu verlieren. Und hier setzt endlich auch die Idee mit dem Insektenhotel ein: es soll helfen uns jeden Tag mit Freude daran zu erinnern, wie spannend, schön, verzaubernd, faszinierend, rätselhaft und vielfältig die wunderbare Welt der Wildbienen ist. Und dies garantiert ohne Alterseinschränkung 🙂 Das Treiben am Haus zu beobachten ist jeden einzelnen Tag unterhaltsam und regt zum Innehalten an. Ich ertappe mich manchmal am Sonntag, dass ich eine halbe Stunde vor dem Haus sitze und völlig die Zeit vergesse. Der Wechsel der Flugperioden der einzelnen Wildbienenarten macht den Jahresverlauf und die Jahreszeiten noch eine Spur intensiver. Und ich verspreche jedem: im zweiten Jahr „die alten Bekannten“ wieder aus den Löchern schlüpfen zu sehen macht einem glücklich. Jetzt bin ich aber ins Schwärmen geraten… 😉
  • Die Wildbienen gehören zur Familie der Hautflügler, welche alle den typischen dreigeteilten Aufbau des Körpers (Kopf, Bruststück, Hinterleib) zeigen. In der Familie sind beispielsweise auch die Ameisen und Wespen zuhause. Die Unterfamilie nennt sich Apidae (Bienen) und weltweit sind bisher unglaubliche 17000 Bienenarten bekannt. In der Schweiz zählte man bisher 580 verschiedene Bienenarten.
  • Die Honigbiene und die Hummeln zählen auch zu der Unterfamilie der Bienen. Sie produzieren im Gegensatz zu den Wildbienen jedoch Honig und Wachs. Wildbienen verwenden zwar Nektar und Pollen (und Blumenöl) zur Ernährung und teilweise zur Versorgung der Brut, ihre wichtigste Bedeutung für den Menschen ist jedoch die Bestäubung der Blüten.
  • Um die verschiedenen Wildbienenarten erkennen zu können, benötigt man eine Vergleichssammlung und viel Erfahrung. Hinzu kommt, dass alle Wildbienenarten als Weibchen und Männchen in Erscheinung treten, die sich teilweise stark unterscheiden. Eine der häufigsten Besucherinnen und Besucher des Insektenhotels im Garten ist die gehörnte Mauerbiene, bei welcher das Männchen an einem entzückenden weissen „Bart“ erkennbar ist. Auch die Art und Weise wie das Nistloch verschlossen wird, kann einem verraten, wer im Insektenhotel eingezogen ist.

Schon allein die in Röhren nistenden Wildbienenarten haben sehr unterschiedliche Lebenszyklen. Um den Wildbienen nicht durch Unwissenheit im Insektenhotel zu schaden, ist es jedoch wichtig, mindestens die Grundabläufe der Fortpflanzung und Entwicklung der Wildbienen kennen zu lernen. Am Beispiel der Gehörten Mauerbiene soll somit ein möglicher Lebenszyklus aufgezeigt werden.

  • Die Männchen schlüpfen Februar/März.
  • Die Weibchen erscheinen einige Tage danach, dies ist an beigefarbenen Kottröpfchen an den Ausgängen der Niströhren zu erkennen.
  • Darauf erfolgt gleich die Paarung und das Weibchen beginnt mit der Suche nach geeigneten Hohlräumen für den Nestbau.
  • 4-6 Wochen baut das Weibchen Zelle für Zelle, Ei um Ei die Niströhre mit der Brut auf. Jede Zelle, getrennt durch eine Lehmwand beinhaltet eine Futterration Pollen und Nektar für das einzeln abgelegte Ei. Es können bis zu 12 solcher Brutzellen hintereinander liegen.
  • In den hinteren Bereichen sind die befruchteten Eier, aus welchen sich die später schlüpfenden Weibchen entwickeln. Die Zellen der weiblichen Kinder werden mit proteinreicherem Futter ausgestattet (für die spätere Eierproduktion), als die Männlichen.
  • Die Larve verzehrt nach dem Schlüpfen das Futter und verpuppt sich danach in einem Kokon.
  • Bereits im Sommer ist die Entwicklung des Imago (adulten Tieres) abgeschlossen und der Winter wird in fertigem Stadium überstanden.
  • Im nächsten Frühjahr startet der Prozess wieder von Vorne: die gehörnte Mauerbiene zeigt somit einen einjährigen Zylkus. Wie bereits erwähnt gibt es auch Arten und Situationen in denen die Entwicklung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Meist ganz anders ist die Lebensweise der sozialen Bienenarten im Vergleich zu den solitär lebenden. Neben den Honigbienen haben auch Hummeln soziale Lebensweisen entwickelt und es gibt auch mehr oder weniger komplexe Formen des sozialen Nestbaus bei den Wildbienen. Eine weitere Form der Brutaufzucht zeigt sich bei den parasitischen Bienen. Diese betreiben keinen Nestbau und sammeln kein Futter, sondern legen ihr Ei in das „gemachte“ Nest einer anderen Bienenart. Die Zykluslänge ist hier also unter anderem abhängig vom Wirt. Hier zeigt sich wieder diese faszinierende Vielfalt, welche sich durch mehrjähriges Beobachten entdecken lässt.
  • Fazit: Das Insektenhotel ist ganzjährig bewohnt und dient den Wildbienen als Nistort und Überwinterungsplatz. Die Nistlöcher werden in unterschiedlichen Monaten von unterschiedlichen Arten angeflogen: es gibt in den Frühlings- und Sommermonaten immer etwas zu beobachten. Der Zyklus einiger Arten beginnt – wie im Beispiel der Gehörten Mauerbiene – sehr früh und Futterpflanzen müssen dann bereit stehen.

Ich bin nun schon einige Male auf die Vielfalt der Wildbienen eingegangen: doch wie kommt es zu dieser? Die Wildbienen sind teilweise sehr spezifisch auf ihr ökologische Nische, die zum Beispiel auch durch das Futterangebot bestimmt ist, ausgerichtet. Eine solche Spezialistin ist die Heidekraut-Sandbiene, welche sich ausschliesslich mit Hilfe des Heidekrautes ernährt. Oder in unseren Gärten etwas präsenter könnte die Ehrenpreis-Sandbiene sein, die den Ehrenpreis zur Futterpflanze auserkoren hat. Da die Bedingungen in der Natur so unterschiedlich sind, haben sich so viele Bienenarten entwickelt. Wunderbar, wie ich finde – es zeigt die Verbundenheit zwischen Futterpflanze und Biene auf eindrucksvolle Weise. Wenn man sich diese Spezialisierung einmal vor Augen geführt hat, wird schnell klar, dass unser Wildbienenhaus nur für eine kleine Anzahl der 580 Arten überhaupt in Frage kommt. Lediglich ein Viertel der Wildbienenarten nisten überhaupt in Hohlräumen, wie unseren Röhren. Der grösste Teil gehört der in der Erde nistenden Wildbienen an. Folgend also die wichtigsten Faktoren, die den Lebensraum für eine Wildbiene unwiderstehlich macht:

  1. Es muss ein geeigneter Nistplatz vorhanden sein
  2. Es muss ein geeignetes Futterangebot vorhanden sein
  3. Es muss geeignetes Baumaterial vorhanden sein

1. Nistplatz: Die Auswahl des Nistmaterials, wie wir es im Wildbienenhaus verbauen, lockt einige Hohlraumbesiedlerinnen an. Da diese verschieden gross sind, ist es wichtig, dass man beim Bohren Gänge mit unterschiedlichen Durchmessern generiert. Warum aber das Insektenhotel nicht mit einer regengeschützten, sandigen, sonnigen, trittfreien Zone im Garten ergänzen? Hier können sich Wildbienenarten – und andere Insekten – Nistgänge in den Boden graben.

2. Futterangebot: Das Futterangebot ist eine Wissenschaft, die in der Hand der Gärtnerin oder Gärtners liegt. Das oberste Gebot ist, das Pflanzen von einheimischen Stauden, Büschen und Bäumen, so dass möglichst immer eine Pflanzenart am blühen ist. Da es sehr blütentreue Wildbienen gibt (die immer an den gleichen Pflanzenarten saugen möchten), am besten auch gleich massenhaft 🙂 Da die Wildbienen (und auch die Hummeln) gleich nach dem Verlassen ihrer Nistzellen Futter benötigen, sind auch frühblühende Pflanzen, wie zum Beispiel Weiden oder auch Krokus sehr nützlich. Einige meiner persönlichen Renner, damit das ganze Jahr auch im schattigen Garten etwas blüht sind: Krokusse, Bärlauch, Glockenblumen, Obstbäumchen, blühender Salbei, Zierlauch, Fetthenne, Efeu.

3. Baumaterial: Auch hier sind die Bedürfnisse so individuell, dass ein grosses Angebot im Garten nützlich ist. So gibt es die Mohn-Mauerbiene, welche auf Klatschmohnblätter angewiesen ist, um den Nistgang, welchen sie in den Sand gräbt, zu tapezieren. Je mehr Material – Lehm, Sand, Moos, Todtholz – im Garten, desto reicher kann das Hotel besetzt werden.

Fazit: Ein Garten/Balkonumfeld ist umso reicher mit Insekten besiedelt, um so vielfältiger die Pflanzenpracht vorhanden ist und das Blühen andauert. Vor allem im Frühling lassen sich mit Zwiebelblühern wie Krokus, Traubenhyazinten und Nickender Blaustern viele hungrige Bienen versorgen und auch das Gärtnerherz erfreuts.

  • Das Haus muss stabil stehen und gut befestigt werden. Es sollte sich nicht bewegen und mindestens 50 cm über dem Boden platziert werden.
  • Der Standort soll sonnig und warm sein und die Öffnung sollte nach Süden schauen.
  • Nahrung, Wasser, Baumaterial sollten sich in der Nähe befinden.
  • Ein Gitter oder Netz kann als Vogelschutz montiert werden. Die befüllten Röhren sind sonst eine leichte Beute für Vögel. Es nützt auch, wenn man das Haus an einem belebten Ort aufstellt, an welchem Vögel sich nicht sicher fühlen.
  • Das Haus möglichst nie an einen neuen Standort bringen. Und wenn dies nötig wird, darauf achten, dass die Bedingungen möglichst ähnlich sind.

Wie bereits erwähnt ist es toll, wenn man das Haus jedes Jahr ein wenig erweitern kann. Geöffnete Röhrchen können auch ausgeputzt werden: hier ist es gut, wenn man das Röhrchen vorher mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet hat, damit man keine schlafenden Bewohnerinnen tötet. Ansonsten sollten die bestehenden Röhrchen möglichst nicht gestört werden.

Da sich auch gerne Spinnen in das Haus zurückziehen, putze ich verwaiste Spinnweben vorsichtig weg, wenn kein Flugverkehr herscht.

Es gibt auf dem Markt wirklich sehr viele falsch gemachte Insektenhotels aus zu kurzen Niströhren, falschen Materialien und vielen weiteren problematischen Teilen. Wenn man das Wildbienenhaus aus den oben genannten Materialien baut, sollte nichts schief gehen. Bei den Röhrchen auch immer darauf achten, dass die Kanten (auch bei den Gräsern) keine Splitter aufweisen. Die Wildbienen gehen nämlich teilweise rückwärts in die Röhrchen hinein und können sich an Splittern die Flügel zerstören.

Bitte niemals bestückte Hummelhäuser oder ähnliches (mit Brut) kaufen! Die Tiere stammen aus teilweise schlechten Zuchten, im schlimmsten Fall mit Krankheiten ausgestattet, welche die natürlichen Bestände schädigen können. Die Bienen werden sich immer natürlicherweise einfinden, wenn das geboten wird, was sie zum Leben brauchen.

Bücher:

  • Wildbienen, Die anderen Bienen, Paul Westrich (empfehle ich sehr)
  • Das Insektenhotel, Wolf Richard Günzel
  • Das grosse Buch der Bienen, Jutta Gay & Inga Menkhoff

Web:

Blütenüberblick 2018

Blütenüberblick 2018

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht am Morgen oder Abend kurz im Garten zu schauen, was an diesem Tag neues im Garten blüht und gedeiht. Ich finde es erstaunlich, dass jeden Tag eine kleine Überraschung im Garten wartet.

Im letzten Jahr habe ich dadurch nebenbei bemerkt, dass im Juli/August wenig blühende Pflanzen zu finden waren: da mein Garten viele Schattenbereiche hat, fehlten im Juli sonnenliebende Einjährige, welche den Insekten Nektar und Pollen schenken. So möchte ich in diesem Jahr mit dem Fotoapparat ein wenig dokumentieren, was wann blüht und dadurch Lücken aufdecken.

 

Fazit Januar 2019

Das Jahr 2018 war vom Wetter her gesehen, ein Jahr der Extreme. Von April bis November waren die Temperaturen im Norden der Schweiz (aber auch in vielen anderen Regionen) überdurchschnittlich warm. Hinzu kam, dass es in dieser langen Zeitspanne praktisch nicht geregnet hat. Trockenheit und Wärme haben ihren Effekt in der Natur und auch in meinem Garten gezeigt.

  • Für einige Fluginsekten war es ein gutes Jahr, weil die Frühlingsblüte nicht durch Niederschlag gestört wurde und sich somit zu Beginn des Jahre ein gutes Futterangebot zeigte. Wieder waren es die Hochsommermonate in denen es kein grosses Blütenbuffet gab. Die Trockenheit hemmte die Pflanzen und die Blüte war verhalten.
  • Ich hatte noch nie so wenig Probleme mit Schnecken, wie in diesem Jahr: ich bin gespannt, ob sich die Trockenheit auch im nächsten Jahr noch auf die Population der Schnecken auswirkt, oder ob es ins Gegenteilige umschlägt.

Ich bin dankbar für die schönen Stunden im Garten und freue mich auf das Gartenjahr 2019!

Dezember

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Der Dezember 2018 brachte mit häufig stürmischen Nordwest- und Westwinden mehrheitlich milde und feuchte Meeresluft in die Schweiz.
  • Die Monatstemperatur lag im landesweiten Mittel 1.6 Grad über der Norm 1981‒2010.
  • Dazu fiel auf der Alpennordseite und in den Alpen reichlich Niederschlag, oft als Regen bis in höhere Lagen. Auf der Alpensüdseite hingegen lagen die Niederschlagsmengen regional massiv unter der Norm.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen
  • Stauden: Königskerze, Alpenveilchen, Ringelblume
  • Zwiebelblüher:
  • Einjährige: Ziersalbei

Bemerkungen

  • Mit ersten Minustemperaturen kommt das Gartenjahr zu seinem Ende.
  • Die Trockenheit ist bis jetzt nicht ausgeglichen und es hat kaum mehr Blühendes im Garten.

November

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Der November zeigte sich im Mittel über die ganze Schweiz 1.6 Grad milder als die Norm 1981‒2010.
  • Auf der Alpensüdseite brachte der Monat eine Rekord-Sonnenarmut.
  • In den zentralen und östlichen Landesteilen blieben die Niederschlagsmengen verbreitet weit unter der Norm.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen
  • Stauden: Lichtnelke, Fuchsie, Königskerze, Nachtkerze, Phlox, Eisenkraut, Anemone, Dost, Kerzenknöterich, Fuchsschwanz, Quastenblume, Wolfmilch, Alpenveilchen, Minzen, Franzosenkraut, Katzenminze, Duftnelke, Fetthenne, Ringelblume
  • Zwiebelblüher:
  • Einjährige: Ziersalbei

Bemerkungen

  • Endlich fällt ein wenig Regen, es ist aber viel zu wenig, um die lange Trockenheit (April bis November) wett zu machen.
  • Die Ringelblumen, welche wegen der Trockenheit bisher nicht blühten machen wenige dafür wunderschöne, grosse Blüten.

Oktober

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Der Oktober zeigte sich in der ganzen Schweiz sehr mild und sonnig und auf der Alpennordseite niederschlagsarm.
  • Die Alpensüdseite erlebte regional einen neuen Wärmerekord.
  • Im Mittelland registrierten einzelne Messstandorte einen der sonnigsten Oktober seit Messbeginn.
  • Ein massiver Wetterumschwung in den letzten Oktobertagen brachte auf der Alpensüdseite sowie in den angrenzenden Gebieten vom Oberwallis über das Gotthardgebiet bis nach Graubünden grosse Niederschlagsmengen.
  • In den nördlichen Alpen fiel regional reichlich Neuschnee.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen, Hibiskus
  • Stauden: Lichtnelke, Fuchsie, Malve, Königskerze, Pelargonie „Prinz Nicolai“, Phlox, Eisenkraut, Anemone, Dost, Kerzenknöterich, Fuchsschwanz, Prachtwinde, Quastenblume, Wolfmilch, Alpenveilchen, Staudensonnenblume „Lemon Queen“, Duftnessel, Minzen, Franzosenkraut, Katzenminze
  • Zwiebelblüher:
  • Einjährige: Peperoni, Tomate, Aubergine, Kartoffel, Ziersalbei , Basilikum

Bemerkungen

  • Auch der Oktober bringt nicht den ersehnten Regen: die Pflanzen leiden weiterhin unter der Trockenheit.
  • Trotz warmen Temperaturen ist keine grosse Ernte bei den Gemüsen mehr, denn es fehlt ihnen die Kraft.

September

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Die Schweiz registrierte regional den zweit- bis fünftwärmsten, lokal auch den wärmsten September seit Messbeginn.
  • Im landesweiten Mittel gehört der September zu den zehn wärmsten in der über 150-jährigen Messperiode.
  • Die Sonnenscheindauer stieg lokal auf Rekordwerte, während die Niederschlagsmenge in einigen Gebieten weit unter dem Durchschnitt blieb.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen, Hibiskus
  • Stauden: Lichtnelke, Fuchsie, Malve, Königskerze, Pelargonie „Prinz Nicolai“, Phlox, Eisenkraut, Anemone, Dost, Kerzenknöterich, Fuchsschwanz, Prachtwinde, Quastenblume, Alpenveilchen, Staudensonnenblume „Lemon Queen“, Duftnessel, Minzen, Sternentänzergras, Franzosenkraut
  • Zwiebelblüher:
  • Einjährige: Peperoni, Tomate, Aubergine, Ziersalbei

Bemerkungen

  • Die extrem langanhaltende Trockenheit hemmt weiterhin die Blühfreude der Pflanzen.
  • Es ist trocken, heiss und kein Regen ist in Aussicht
  • Wegen dem Gartenumbau kommt der Garten ein wenig zu kurz: dennoch muss ich täglich die Pflanzen wässern, welche ich im aktuellen Jahr gesetzt habe, um nicht einen Totalausfall der Neupflanzungen zu erleiden.

August

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Der drittwärmste August seit Messbeginn brachte zum Monatsbeginn eine der intensivsten zehntägigen Hitzewellen.
  • Auf der Alpensüdseite erstreckte sich die Hitzeperiode sogar über 18 Tage.
  • In der West- und Nordwestschweiz sowie im Wallis blieb der August lokal extrem regenarm.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen, Hibiskus, Bocksdorn
  • Stauden: Lichtnelke, Wolfsmilch, Fuchsie, Blutweiderich, Viola, Brennende Liebe, Malve, Königskerze, Pelargonie „Prinz Nicolai“, Felberich, Phlox, Eisenkraut, Anemone, Alant, Goldmelisse, Sommerflieder, Dost, Kerzenknöterich, Fuchsschwanz, Prachtwinde,
  • Duftnelke, Quastenblume, Staudensonnenblume „Lemon Queen“, Duftnessel, Minzen, Sternenzänzergras, Franzosenkraut, Alpenveilchen,
  • Zwiebelblüher:
  • Einjährige: Peperoni, Gurke, Tomate, Aubergine, Ziersalbei

Bemerkungen

  • Die extreme Trockenheit und Hitze nötigen mich zum Giessen der Stauden.
  • Die Blühfreude ist aufgrund der Trockenheit weiter eingeschränkt.
  • Mich beschleicht das Gefühl, dass wegen der Hitze und der Trockenheit im Garten Stillstand herrscht.

Juli

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Kein Ende der grossen Wärme und Trockenheit. Die Schweiz registrierte den fünft wärmsten Julimonat seit Messbeginn 1864. Auch die Monate April bis Juni erreichten Temperatur-Spitzenplätze.
  • Neben der überdurchschnittlichen Wärme brachte der Juli erneut in vielen Regionen der Schweiz eine markante Regenarmut. Bereits im Vormonat Juni und im April fielen deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen, wodurch sich die Trockenheit im Juli zuspitzte.

Blühende Pflanzen

  • Bäume: keine
  • Sträucher: Rosen, Salbei, Geissblatt, Hibiskus
  • Stauden: Lichtnelke, Katzenminze, Wolfsmilch, Fuchsie, Blutweiderich, Viola, Brennende Liebe, Malve, Königskerze, Pelargonie „Prinz Nicolai“, Felberich, Phlox, Eisenkraut, Anemone, Alant, Goldmelisse, Sommerflieder, Dost, Kerzenknöterich
  • Zwiebelblüher: keine
  • Einjährige: Peperoni, Gurke, Tomate, Aubergine, Ziersalbei, Rucola

Bemerkungen

  • Die Gemüsepflanzen blühen weiterhin tüchtig: Aubergine, Tomate und Gurke – alle sind früh und in grosser Zahl an den Pflanzen.
  • Die extreme Trockenheit macht den Stauden zu schaffen: sie blühen nicht sehr üppig.
  • Der Schneckenbefall ist aufgrund der Trockenheit sehr gering.

Juni

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Die Schweiz blickt auf den viert mildesten, lokal auf den dritt mildesten Juni seit Messbegin 1864 zurück. Es war der dritte Monat in Folge mit weit überdurchschnittlicher Temperatur.
  • Trotz anhaltender Gewittertätigkeit in der ersten Monatshälfte blieben die Juniniederschläge in einigen Gebieten weit unter dem Durchschnitt. Lokal war es der trockenste Juni seit über 100 Jahren. Ausgesprochen niederschlagsarm waren auch die beiden Vormonate Mai und April.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen, Salbei, Geissblatt
  • Stauden: Lichtnelke, Katzenminze, Wolfsmilch, Duftnelke, Fuchsie, Duftpelargonien, Skabiose, Storchschnabel, Nelkenwurz, Baldrian, Blutweiderich, Viola, Klematis, Frauenmantel, Brennende Liebe, Fakellilie, Malve, Jakobskreuzkraut, Königskerze, Wiesenknopf, Purpurglöckchen, Pelargonie „Prinz Nicolai“
  • Zwiebelblüher: Zierlauch
  • Einjährige: Erbsen, Peperoni, Gurke, Tomate, Ziersalbei, Nigella, Buchweizen,

Bemerkungen

  • Die Gemüsepflanzen fangen mit der Blüte an: dies freut die Insekten und mich.
  • Königskerze, Jakobskreuzkraut, Wolfsmilch: wieder hat es grosszügige gelbe Blüten im Garten.
  • Im Schattenbeet locken die unscheinbaren Blüten des Purpurglöckchens eine grosse Menge an Wildbienchen an.
  • Das Insektenhotel ist im Bienchenrausch – ein wunderbares Spektakel.

Mai

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Die Schweiz registrierte im landesweiten Mittel den fünft mildesten, lokal auch den zweit- oder drittmildesten Mai seit Messbeginn 1864.
  • Mit der Wärme kam eine ausgeprägte Gewittertätigkeit.
  • Trotzdem blieben die Regenmengen in den meisten Gebieten der Schweiz unter der Norm 1981‒2010.
  • Die Sonnenscheindauer bewegte sich in vielen Gebieten der Schweiz im Bereich der Norm oder leicht darunter.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Rosen, Salbei, Bauernjasmin, Holunder, Geissblatt
  • Stauden: Glockenblume, Spornblume, Akelei, Lichtnelke, Katzenminze, Wolfsmilch, Viola, Duftnelke, Fuchsie, Duftpelargonien, Skabiose, Storchschnabel, Nelkenwurz, Brombeere, Baldrian, Wiesenknopf, Frauenmantel, Spargel, Beinwell, Rhododendron
  • Zwiebelblüher: Zierlauch
  • Einjährige: Ziersalbei, Peperoni, Nigella, Buchweizen,

Bemerkungen

  • Es ist der Monat der grossen Rosenblüte: Neben den Strauch- und Kletterrosen blühen auch die Pfingstrosen wunderschön.
  • Nach dem wunderbaren April-Blütenmonat hat es im Mai weniger Blütenvielfalt im Garten: Zum Glück hat sich in einem Grossteil des Gartens die Glockenblume ausgebreitet. Sie bietet Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen an. Die Wildbienen haben vollgepackte, weisse Höschen beim Verlassen der zarten, violetten Blüten.
  • Auch die Kulturheidelbeeren blühen sehr üppig und bieten Hummeln eine gute Nahrungsquelle.
  • Der Heuschnupfen klingt bei mir ab.

April

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Der April 2018 bescherte der Schweiz viel Sonnenschein mit frühsommerlicher Wärme. Im landesweiten Mittel war es der zweitwärmste April seit Messbeginn 1864.
  • Vor allem die Zentral- und Ostschweiz registrierte zudem einen der niederschlagsärmsten und sonnenreichsten Aprilmonate seit Messbeginn.
  • Der Rückstand der Vegetation zum Monatsbeginn wandelte sich Dank der anhaltenden Wärme schnell in einen Vorsprung um.

Blühende Pflanzen

  • Bäume: Magnolie, Farnblättrige Buche, Feldahorn, Weissdorn, Mirabelle, Apfel, Birne, Quitte, Pflaume, Kirsche
  • Sträucher: Forsythie, Magnolie, Mahonie, weisser Spierstrauch, Ranunkelstrauch, Aronia, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Strauchpäonie
  • Stauden: Hornveilchen, Schlüsselblume, Löwenzahn, Primeln, Steinbrech, Viola, Scharbockskraut, Kaukasus Vergissmeinicht, Immergrüne Schleifenblume, Blaukissen, Grasnelke, Rosmarin, Akelei, Bohnenkraut, Rosengeranie, Fuchsie, Storchschnabel, Erdbeere, Wolfsmilch, Ehrenpreis, Tränendes Herz, Polsterphlox
  • Zwiebelblüher: Sibirischer Blaustern, Hyazinthen, Traubenhyazinthen, Windröschen, Tulpen, Hasenglöckchen, Bärlauch, Schachbrettblume
  • Einjährige: Nüsslisalat, Löffelkraut

Bemerkungen

  • Alles blüht in sehr kurzer Zeit explosionsartig auf
  • Heuschnupfen ist sehr schnell und stark da
  • die Schnecken fressen wieder, jedoch hält sich der Schaden in Grenzen
  • Die Blüten der Fruchtbäume sind für die Bienen eine wichtige Nahrungsquelle
  • Die Buche zeigt ein Mastjahr und blüht überwältigend stark

März

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Die Märzwitterung war vorwiegend tiefdruckbestimmt. Auf der Alpennordseite fiel mehrmals Schnee bis ins Flachland.
  • Beim häufig wolkenverhangenen Himmel zeigte die wärmende Märzsonne nur wenig Wirkung. Die Monats-temperatur blieb im landesweiten Mittel 1 Grad unter der Norm 1981‒2010.
  • Die Alpensüdseite registrierte regional einen der kühlsten Märzmonate der letzten 30 Jahre.

Blühende Pflanzen

  • Bäume: Aprikosenblüte
  • Sträucher: Zaubernuss, Forsythie
  • Stauden: Hornveilchen, Alpenveilchen, Christrosen, Schlüsselblume, Löwenzahn, Primeln, Blaukissen
  • Zwiebelblüher: Schneeglöckchen, Krokus, Zwerg-Iris, Sibirischer Blaustern, Blaustern, Traubenhyazinthen, Hyazinthen, Windröschen, Narzissen
  • Einjährige:

Bemerkungen

  • Sichtung der ersten Bienen, einer Holzbiene und eines Taubenschwänzchens
  • Die Aprikosenblüte wird eingeschneit
  • Starke Minustemperaturen zerstören einige Pflanzen bzw. deren Blüte

Februar

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Der Februar 2018 zeigte sich landesweit ausgesprochen trüb.
  • In Berglagen gehört er zu den kältesten Februarmonaten der letzten 30 Jahre.
  • Auf der Alpensüdseite, im Wallis und in Graubünden war der Februar zudem sehr niederschlagsarm.
  • Nur selten fiel wenig Schnee bis in tiefe Lagen. So blieb der Februar in den Niederungen beidseits der Alpen meist grün.
  • Auf das Monatsende hin brachte kontinentale Kaltluft aus Nordosten eine kurze Kältewelle.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Winterschneeball, Zaubernuss
  • Stauden: Hornveilchen, Alpenveilchen, Christrosen
  • Zwiebelblüher: Schneeglöckchen, Krokus, Zwerg-Iris, Blaustern
  • Einjährige:

Bemerkungen

  • Der andauernde Kälteeinbruch hat alle Pflanzen zum Ausharren bewogen
  • Knospen der Obstbäume und der Magnolie bleiben fest geschlossen
  • keine Frassspuren von Schnecken mehr

Januar

Wetterbericht aus dem Klimabulletin

  • Anhaltende und oft stürmische Tiefdrucklagen überfluteten die Schweiz mit viel milder und feuchter Luft aus dem Atlantik und aus dem Mittelmerrraum. Regional stieg die Januartemperatur in eine extreme Rekordhöhe.
  • Auch im landesweiten Mittel war es der mildeste Januar seit Messbeginn 1864. Der Wintersturm Burglind wütete lokal mit Rekordböen.
  • Aus der herangeführten feuchten Luft fielen in den Bergen grosse Neuschneemengen. Sehr viele Messstandorte registrierten den niederschlagsreichsten Januar seit Messbeginn.

Blühende Pflanzen

  • Bäume:
  • Sträucher: Winterschneeball, Zaubernuss
  • Stauden: Hornveilchen, Alpenveilchen, Christrosen, Skabiose(!)
  • Zwiebelblüher: Schneeglöckchen, Krokus, Zwerg-Iris, Blaustern
  • Einjährige:

Bemerkungen

  • Es fliegen noch keine Bienen und Hummeln.
  • Die Schneeglöckchenblüten wurden alle von den Schnecken gefressen.
  • Die Haselblühte hat bereits eingesetzt: Pollenallergikern ist das nicht verborgen geblieben.

Wetterbulletin Meteo Schweiz zu finden über die Webseite des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

Bald ohne Asphalt

Bald ohne Asphalt
Bald ohne Asphalt 168

Die Hälfte unseres Gartens ist mit Asphalt verunstaltet: Da unsere Werkstatt eine ehemalige Garage ist, benötigte man früher eine Zufahrt durch den Garten. Mit viel Mut und zwei Wochen Urlaub soll sich dieser Umstand nun ein für alle mal ändern. Mehr Platz für Pflanzen, Insekten und ein gutes Gartengefühl soll entstehen.

  • Ziel: Den Garten von 60 m3 Asphalt befreien
  • Ressourcen: zwei Menschen, 3000 CHF
  • Maschinen: Schlagbohrer, Bagger, Dumper
  • Material: Schaufel, Kelle, Eimer, Schubkarre, Augen- Ohren- Atemschutz, sowie Handschuhe
  • Sonstiges: Flachmulde 7 m3, drei Stück, Anlieferung-Abholung

Tag 1, Samstag:

  • Organisation der Maschinen und der Mulde, Koordination Zeitplan.
  • Erhalt des Schlagbohrers.

Tag 2, Montag:

  • Wegspitzen der Asphaltränder von den Sandsteineinfassungen der Beete.
  • Freilegen aller heikler und kleinteiliger Gebiete vom Asphalt, an welche man mit der Baggerschaufel nicht drankommt.

Tag 3, Dienstag

  • Fertigstellen der Randzonen und Anhäufen des losen Materials weg vom Rand.
  • Erhalt des Baggers und Anleitung zur Nutzung.

Tag 4, Mittwoch

  • Freilegen der ersten Hälfte der Fläche.
  • Lieferung der Mulde.
  • Abholen des Dumpers.
  • Erstes Füllen der Mulde mit Hilfe des Dumpers.

Tag 5, Donnerstag

  • Paralleles Aufbrechen des Asphaltes mit dem Bagger und Abtransport des Schutts in die Mulde mit Hilfe des Dumpers.
  • Hilfe am Nachmittag durch Bodo und Christine, gemeinsames Abendessen.
  • Bestellung einer neuen Mulde für den nächsten Tag.

Tag 6, Freitag

  • Erhalt der zweiten Mulde.
  • Fertig aufreissen von Dreivierteln der Fläche.
  • Mulde ist bereits wieder gefüllt.

Tag 7, Samstag

  • Abtransportieren und Fertigstellen von Dreivierteln der Fläche.
  • Bestellung neue Mulde für Montag.

Tag 8, Montag

  • Abbaggern des letzten Viertels der Fläche im Hangbereich. Es ist eng und mühsam, weil nun immer nur entweder gebaggert oder abtransportiert (Dumper) werden kann.

Tag 9, Dienstag

  • Abtrennen der Kante mit Hilfe des Schlagbohrers.
  • Fertigstellung der ganzen Fläche mit Abtransport des Schutts.
  • Ab nun folgt Handarbeit und Feinarbeit an Rändern und in der Fläche mit Schaufel, Schubkarre und Kelle.
  • Hilfe am Nachmittag durch Christine, Bodo und Marc. Gemeinsames Anstossen mit gutem Sekt.

Tag 10, Mittwoch

  • Zurückbringen des Dumpers durch Marc.

Tag 11 und 12, Freitag und Samstag

  • Allerletzte Feinarbeiten, versorgen der Maschinen und Geräte.
  • Füllen der Mulde bis zum letzten Krümel.
  • Erste Ideen schmieden für die spätere Nutzung der Fläche…

Permakulturgarten Jardin d’Alôsnys

Permakulturgarten Jardin d'Alôsnys

Bei unserem zweitägigen Aufenthalt in der Ortschaft Saint-Mont-Jean stand ein Besuch des Gartens Alôsnys ganz oben auf der Wunschliste. Da Sascha und ich noch nie ein Permakulturprojekt besuchen konnten, sind wir mit grossen Erwartungen um die Mittagszeit in Richtung Autun aufgebrochen.

Permakultur ist ein Weltbild, bei dem alle Bereiche des Lebens und der Natur miteinbezogen werden. Alles soll in einem gesunden Kreislauf miteinander verbunden sein. Somit gibt es eine grosse Vielzahl von Ausrichtungen und Theorien zu diesem komplexen Thema. Doch wie sieht so etwas in der Realität aus?

Bei unserer Ankunft auf dem Parkplatz konnten wir uns gleich davon überzeugen: Permakultur kann sehr schön aussehen. Wir bewegten uns frei in den liebevoll aufgebauten Gewächshäusern, betraten den Vortragsraum in Form einer Jurte, bestaunten die wunderschönen Hühner und Hasen und sahen uns neben der Pflanzenaufzucht auch verschiedene Insekten-Nisthilfen an.

Nachdem wir uns mit dem Ort auf eigene Faust ein wenig vertraut gemacht hatten, nahmen wir an einem geführten Rundgang teil, bei welchem wir die einzigen Besucher waren. Deshalb absolvierte unser Begleiter die Führung auf Englisch, was eine wunderbare Geste war, da unser Französisch etwas eingerostet ist. Er erklärte uns neben vielen Tipps zum Garten auch, was seine Aufgabe und das Leben in der Gemeinschaft im Jardin Alôsnys bedeutet.

Mehr als Gemüse und Früchte

Der Garten und seine Ernte sind das Herzstück des Jardin Alôsnys, aber er ist vor allem auch ein Zuhause für eine kleine Gemeinschaft und viele pädagogische Angebote. Neben dem Hauptgarten befindet sich ein grosser Bereich für Kinder, welche jeder Zeit in den Garten kommen können, um die Natur, die Tiere und das Gemüsegärtnern zu erleben. In einer ausgefallen gestalteten Spirale, welche das Haus einer Schnecke darstellt, kann man Barfuss unterschiedlichste Bodenbeläge testen. Zur Pflege des Rasens werden sogenannte „Hasentraktoren“ eingesetzt: Kleine Hasengehege, welche man leicht verschieben kann, damit von den Hasen stets frisches Grün geweidet wird.

Haustiere

Neben den Hasen und Hühner beherbergt die Gemeinschaft auch Kühe, Esel, Ziegen, Schafe, Meerschweinchen, Tauben, Katzen und ganz wichtig: Laufenten. Diese helfen die Schnecken im Garten auf einem stabilen, tiefen Niveau zu halten. Die Enten dürfen deshalb im Winter frei im Garten nach Kriechendem jagen und im Sommer nur halbstundenweise. Denn nach einer halben Stunde Freilauf im Gemüsegarten, schwenkt die Aufmerksamkeit der Enten plötzlich weg vom Fleisch, hin zu dem zarten Gemüsegenuss.

Noch mehr Wissen

Neben den Kinderangeboten gibt es auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten für Erwachsene. Vorträge und Seminare zum Permakulturgarten, aber auch über die Verwendung von Heilpflanzen, oder der Herstellung von Käse gibt es Workshops.

Und so lernten wir bei unserem Rundgang im Garten vieles kennen, was für den Anbau des Gemüses und der Früchte in der Permakultur wichtig ist. Unser Begleiter erklärte uns zum Beispiel, dass das Zentrum des Gartens in Form eines Mandalas angelegt ist, nicht nur, um eine gute Energie zu erzeugen, sondern beispielsweise auch, da die Pflanzen auf der Südseite früher Früchte tragen, als diejenigen auf der Nordseite. Durch das versetzte Einsetzen der Blüte können zum Beispiel Totalausfälle durch Frostschäden vermieden werden, oder aber es verlängert auch die Blüh- und Fruchtphase beispielsweise der Johannisbeeren. Im Zentrum des Mandalas befindet sich ein kleiner Runder Fischweiher, welcher mit geeigneten Pflanzen dafür sorgt, dass das eingeleitete Wasser gereinigt wird und dank des Kots der Fische im Wasser beim Giessen für die Pflanzen auch eine Düngewirkung aufweist. Ansonsten sorgt vor allem der Kuhmist und das Verwerten von Pflanzenmaterialien für genügend Nährstoffe im Boden. Der Boden, worauf der Garten angelegt wurde, war bei der Übernahme verdichtet, trocken und Nährstoffarm. Durch das Versorgen mit organischem Material und das Aufschichten von Hügelbeeten, sowie durch das stetige Mulchen mit Stroh, hat sich mit den Jahren ein guter Boden eingestellt, der Jahr für Jahr bessere Eigenschaften für die Gemüsekultur aufweist. Der Boden der Hügelbeete ist spürbar locker, riecht angenehm humos und weist eine tolle Wasserspeicherfähigkeit auf. Es war uns schnell klar: hier sind Profis am Werk. Das Ziel den Boden lebendig und voller Mykorrhizapilze zu haben, ist zum grössten Teil bereits erreicht. Unser Begleiter wies uns auch immer wieder auf die Wichtigkeit der Bestäuberinsekten hin: denn was nützt die schönste Pflanze, wenn die Blüten nicht befruchtet werden? Mit Lavendel, Borretsch, Beinwell und Bienenweide locken sie in den Sommermonaten die Insekten an. Denn die Vielfalt der Insekten ist im Umfeld dank intakter Natur gegeben. Es begeistert uns, wie viele Schmetterlinge uns an diesem Tag begegnen. Und als Höhepunkt können wir sogar eine Holzbiene bei ihrer Nestsuche beobachten. Es ist schön, zu sehen, wie Natur und Landwirtschaft hier Hand in Hand gehen. Gemeinsam stark wäre hier ein geeigneter Werbeslogan 🙂

Pflanzenvielfalt lebendig erhalten

Unser Begleiter klärte uns auch darüber auf, dass eines der Ziele ist, die Samen für die Gemüsepflanzen selber zu gewinnen. Die Pflanzen passen sich mit ihren Eigenschaften Jahr für Jahr besser an den Ort an. Bei den Dutzenden von Tomatenarten klappt das hervorragend. Und wir sehen auch von Mangold, Kohl, Petersilie und vielen Pflanzen mehr blühende Exemplare zur Samengewinnung in den Gartenbeeten. Unser Begleiter schwärmt, dass man für die Samen von 100 Kohlsetzlingen lediglich eine Pflanze stehen lassen muss:da Geld knapp ist, ist dies eine gute Investition. Auch Besucher, welche ihre Lieblingstomate vermehren wollen, müssen nur eine Tomate erstehen, da alles Gemüse sortenecht ist. Damit der Besuchende auch weiss, wie seine Lieblingstomate heisst, ist in den Treibhäusern alles sorgfältig angeschrieben. Nur wenige Samen müssen im Garten dazugekauft werden.

Blick hinter die Kulissen

Da die Gemeinschaft ohne Auszahlung eines Salärs lebt, sind die Bewohner voll auf das Funktionieren des Gartens angewiesen. Das Land und die Gebäude sind in diesem Teil Frankreichs für sehr wenig Geld zu erstehen und das ist auch ein wichtiger Punkt: als Landwirt hat man es sehr schwer ein Darlehen von einer Bank zu erhalten. Zum Glück ist die Gemeinschaft im Besitz des Landes und mit dem Verkauf von Produkten scheint das Einkommen mit den Ausgaben in Einklang zu stehen. Unser Begleiter, der in der Region aufgewachsen ist, erzählt uns, dass alle seine Kolleginnen und Kollegen das Leben auf dem Land gegen eine Leben in der Stadt mit einem besseren Einkommen eingetauscht haben. Er aber sei glücklich in der Region geblieben zu sein, denn die Natur gibt ihm alles was er benötigt. Als Abschlusstipp hat er uns empfohlen, den Garten noch in aller Ruhe zu geniessen. Einfach sich hinsetzen und den Vögeln zu lauschen. Wir sind seiner Empfehlung nachgekommen und haben den wunderschönen Himmel über dem Jardin Alôsnys bestaunt.

Fazit

  • Was auch immer Permakultur in der Theorie ist: es war schön einen so authentischen, offenen Ort besuchen zu dürfen.
  • Die Regeln, welche man beim naturnahen Gärtnern verfolgt, trifft man auch im Permakulturgarten an.
  • Das Motto: möglichst wenig Eingriffe, also quasi, möglichst effizient zu gärtnern, gefällt mir sehr gut. Vom Anpflanzen möglichst robuster Stauden, bis zum Aufkeimen lassen von Pflanzen, wo sie sich wohlfühlen, war im Permakulturgarten alles zu finden. Besonders begeistert hat uns dabei der enorm sparsame Umgang mit Wasser: durch die Belebung des Bodens hat dieser eine grosse Speicherfähigkeit von Wasser. Einfach genial, den Garten maximal nur alle zwei Wochen zu wässern!
  • Das Einbinden von Tieren in die Kreisläufe macht den Permakulturbetrieb extrem lebendig und unterhaltsam.
  • Das Kommunizieren und öffnen des Betriebes für alle Interessierten ist ein zentrales Ziel. Die Vermittlung von Wissen und Freude ist sehr spürbar: vom grossen Mitmachangebot bis über die liebevoll gestalteten Hinweise, einem Quiz und farbigen Tiertafeln im ganzen Gelände, Einfach toll!
  • Von öffentlichen Toiletten (Behindertengerecht) bis zum Picknickplatz fühlt man sich als Besucher einfach nur willkommen.
  • Dieser Ort ist einen Besuch wirklich wert!
  • Einzig der Anfahrtsweg ist wohl ohne Navigationsgerät sehr schwer zu finden.

Adresse:
7 route de Vergoncey, 71400 CURGY, Frankreich

Öffnungszeiten (ohne Gewähr):
Mittwoch, Samstag, Sonntag; 10 bis 18 Uhr

Mailadresse:
alosnys@gmail.com

Webseite

Setzlingsmarkt Schloss Wildegg

Setzlingsmarkt Schloss Wildegg

Eine unvergleichliche Vielfalt von Gemüsesetzlingen, Stauden und einjährigen Blühern. Was wünscht sich das Gärtnerherz mehr? Eigentlich habe ich für dieses Jahr die meisten Setzlinge selber gezogen, aber ein Besuch am Setzlingsmarkt auf Schloss Wildegg lohnt sich trotzdem. Nicht nur der wunderschöne Veranstaltungsort mit dem interessanten Schaugarten, sondern auch die friedliche Stimmung sind den Anfahrtsweg allemal wert.

Eins vorne weg: es hat genug von allem für jeden – somit ist trotz vieler Besucher*innen keine Hektik und Gedränge an der Tagesordnung. Den Weg zum Schloss versüsst der schöne Blick auf das Anwesen, sowie ein Biohof, der neben einem netten Hofhund zum Knuddeln für die kulinarischen Genüsse auch Würste und und sonstige Verpflegung anbietet. Coop hat sich auch mit einem „Bio-Stand“ stationiert, der einige witzige Lernspiele anbietet, bei denen man sich kleine Preise, wie einen Sparschäler, erspielen kann. Pro Specie Rara, Bioterra und Pro Natura verkürzen einem ebenso den Weg mit interessanten Informationen rund ums nachhaltige Gärtnern, alte Haustierrassen und den Naturschutz. Von Pro Natura haben wir eine tolle Broschüre mitnehmen können, welche einem Tipps für einen Wildbienenfreundlichen Garten vorschlägt.

Setzlingsvielfalt

Auf dem Markt angekommen, gilt es sich einen Überblick zu verschaffen. Das Angebot ist kunterbunt durchgemischt: zwischen Staudenanbietern sind Gemüsesetzlinge und umgekehrt. Da ich nichts dringend benötige, haben Sascha und ich uns bei den Stauden umgeschaut und uns für eine eine Duftpelargonie entschieden. Sie nennt sich „Torento“ und riecht, aus unserem Geschmackswinkel beurteilt, unerwartet erfrischend nach Schwipp-Schwapp. Einfach klasse!

Beim Stand der Staudengärtnerei Eulenhof (ein Besuch meinerseits ist überfällig) haben wir uns mit einer Auricel (süss zum anschauen!), einer Staudensonnenblume „Lemon Queen“ und einem Mannstreu eingedeckt. Die letzten beiden zur Erweiterung des Futterangebotes für Insekten und natürlich der Schönheit wegen. Begeistert durch den betörenden Anblick im Schaugarten, haben wir uns auch noch zum Kauf einer Haferwurzel hinreissen lassen. Und damit wir nicht ganz ohne Gemüse heimreisen, ist auch ein Patissonkürbis in der Kiste gelandet. Natürlich ist die Vielfalt bei den Tomaten-, Auberginen- und Kürbissetzlingen einfach zum Niederknien. Aber mein Stolz, dass ich meine selber ziehe, hat mich vor einem Kaufrausch bewahrt.

Der wunderschöne Schlossgarten

Erschöpft von den vielen Eindrücken, war danach ein Besuch des Schlossgartens an der Zeit. Schon der Abgang – eine Treppe gesäumt mit alten Eiben mit Zierschnitt – ist sehr eindrücklich. Der Garten beinhaltet Zierpflanzen, Gemüsepflanzen, Beeren, Linden, Sträucher, einen grossen und fein angelegten Heilkräuterbereich, Spalierobst und vieles mehr. Vieles ist von Pro Specie Rara und der Garten gibt einem viel Inspiration und Information in Form toller Pflanzenschildern mit. Aktuell war noch ein grosser Teil der Tulpenvielfalt zu bewundern, was Sascha und mir viel Lachen und Staunen entlockte. Es hat im oberen Teil des Geländes noch einen Rosengarten, aber aktuell war noch nichts am Blühen: dieser wäre aber zu passender Blühzeit im Sommer sicher auch einen Besuch wert. Das Schloss haben wir in diesem Jahr wegen dem schönen Wetter nicht besucht, aber auch dies ist lohnenswert. Auch für Kinder hat es ein wirklich tolles Spiel- und Mitmachangebot unter anderem in Form eines Spielestrichs.

Fazit

  • Vor dem Besuch eine Liste mit den benötigten Pflanzenwünschen erstellen.
  • Eine Kiste mitnehmen, damit man die Setzlinge unbeschadet nach Hause bekommt.
  • Unbedingt den wunderschönen Schlossgarten besuchen und dabei den Gemüskeller nicht auslassen.
  • Die Gemüsesetzlinge sind preiswert (die Qualität toll), Stauden und sonstige Zierpflanzen haben ihren (wohl berechtigten) Preis. Genug Bargeld mitnehmen, wenn man gross Einkaufen möchte.
  • Wie immer: sich Zeit nehmen und geniessen 🙂
  • Zur Verpflegung hat es ein feines Angebot.
  • Wir kommen wieder!

Vortrag „Hummeln im Garten“

Vortrag "Hummeln im Garten"

Sascha und ich haben gestern den Vortrag des NABU Lörrach „Hummeln im Garten ansiedeln und schützen“ besucht und waren sehr glücklich über die tollen Referenten Sarah Adelmann und Hannes Meier und das gut gestaltete Programm. Wir haben vieles über die Hummeln erfahren und ich möchte hier ein paar wichtige Informationen festhalten, die helfen sollen zu verstehen, wie man Hummeln sinnvoll unterstützen kann.

Die Hummeln gehören zur Klasse der Insekten und der Ordnung der Hautflügler. In dieser Ordnung sind beispielsweise auch die Ameisen oder Wespen zu finden, was man auch am ähnlichen Körperbau gut erkennen kann. Weiter gehört die Hummel in die Familie „echte Biene“, in welcher auch die Honigbiene, oder die solitärlebenden Bienen zu finden sind.

Hummelnester
Die Lebenszyklen und das Sozialleben der Hummeln sind ebenso spannend wie komplex. Anders als bei den Honigbienen überleben die Staaten den Winter nicht und das Überleben der Gene hängt alleine an den Töchterköniginnen. Leider überleben nur ca. 10 – 20% der möglichen Königinnen den Winter. Falls dies geglückt ist, fängt diese Glückskönigin schon ab frühestens Februar an, einen neuen Staat zu gründen. Hier ist es enorm wichtig, dass die Königin für sich und die viele Arbeit die auf sie wartet genügend Futterpflanzen finden kann. Als Nester dienen unbewohnte Maushöhlen, oder sonst eine gemütliche Nische, die schon einige Bedingungen erfüllt: sie sollte über Polstermaterial verfügen und Schutz vor der Witterung bieten. Wir können den Königinnen also extrem unter die sechs Ärmchen greifen, indem wir eine Behausung mit Futter vor der Türe anbieten. Weiteres dazu in einem nächsten Beitrag.

Hummelvernichter
Neben dem Menschen und seinen selbstmörderischen Mitteln gibt es vor allem einen natürlichen Feind, der den Hummeln stark zusetzt: Es ist die Hummelnestmotte (Wachsmotte, Aphomia soziella). Deren Larven fressen die Hummelbrut und können ein ganzes Volk zerstören. Damit die graubraune Motte die Eier nicht in das Nest legen kann, gibt es für Hummelnistkästen eine einfache Türklappe, welche eingesetzt werden kann. Daneben gibt es auch noch die Kuckuckshummel, welche in den Staat eindringt, die Königin tötet und sich selbst an die Spitze setzt. Da keine Nachwuchsarbeiterinnen mehr erzeugt werden, stirbt auch dieser Staat aus ohne die wichtigen Tochterköniginnen produzieren zu können.

Massentierhaltung
Nochmals zum Problem Nummer eins: den Menschen. Wir wurden am Vortrag über eine grausame Praxis informiert, welche die Perversion des Menschen einmal mehr veranschaulicht. Da die Hummel zur Bestäubung unersetzlich ist, gibt es die Praxis für grosse Gewächshäuser Hummeln zu züchten. Um den Futterpollen für die Millionen von armen Geschöpfen erhalten zu können, werden noch viel mehr Bienenvölker „geschröpft“. Es geht wie immer ums Geld und ich denke, jeder kann sich vorstellen, wie Profitgier hier jeglichen ethischen Umgang mit den Tieren als Nebensache degradiert. Die zur Bestäubung eingesetzten Völker werden laut Empfehlung des Herstellers nach der Arbeit getötet und das ist leider immer noch die bessere Variante als sie in die Natur zu entlassen: diese aus Massenzuchten stammenden Hummeln sind mit Krankheiten belastet und verdrängen auf der ganzen Welt die regionalen Hummelarten. Ein Trauerspiel.

Lebensfreude mit Pelz
Hummeln im Garten zu fördern, heisst, einem faszinierenden Wesen die Überlebenschance zu sichern und dabei sicher zu stellen, dass sie unermüdlich ihrer wertvollen Arbeit nachgehen können. Es reicht im übrigen auch bereits ein Balkon, ein Nistkasten und einige hübsche Futterpflanzen!

In einem weiteren Bericht werde ich konkreter auf Hilfsmassnahmen eingehen.
In den Infoboxen unten schon einmal ein paar nützliche Links.

Warum ist die Hummel so wichtig?

Es gibt einige Punkte, welche die Hummel für die Natur und dadurch auch für uns Menschen so wichtig macht:

  • Die Hummel leistet unersetzliche Bestäubungsdienste
  • Die Hummel fliegt bereits ab März, je nach Region schon ab Februar
  • Die Hummel kann bereits ab einer Temperatur von 6 °C ihre Arbeit aufnehmen (Die Honigbiene fliegt erst ab 12 °C)
  • Die Hummel ist blütentreu und blütenstetig, das heisst, sie sammelt Nektar und Pollen bei einem Pflanzentyp (z.B. Apfelbaum) und wechselt dabei nicht willkürlich die Pflanze. Dies ermöglicht, dass die benötigten Pollen (Apfelpollen zu einem anderen Apfelbaum) zur Bestäubung weitergereicht werden.
  • Hummeln haben zum Teil sehr lange Rüssel (es gibt kurz- und langrüsselige Arten), welche für lange Pflanzenkelche zur Bestäubung unabdingbar sind
  • Durch ihr Gewicht sind gewisse Verschlussblüten (z.B. Vom Löwenmäulchen) nur durch die Hummeln zu „öffnen“
  • Gewisse Blüten benötigen einen Vibrationsimpuls, damit der Pollen herausgeschüttelt werden kann. Diese Vibrationsbestäubung wird durch die Hummeln bewerkstelligt, die dafür die Flugmuskulatur nutzen können, ohne dabei mit den Flügeln zu schlagen. Am Vortrag haben wir erfahren, dass die Hummeln die Früchte (darunter vor allem die Nachtschattengewächse oder die Heidelbeeren) gleichmässiger befruchten und die Früchte nachweislich gesünder sind, als wenn sie künstlich vom Menschen bestäubt worden wären!
  • Eine weitere erstaunliche Begebenheit: Für unsere Kulturen wichtige Schmetterlingsblütler wie Rotklee und Luzerne können nur durch die langrüsseligen Hummeln bestäubt werden. Viele weitere Arten sind ebenso auf die Hummeln angewiesen und so lebt die Wiesenvielfalt in Abhängigkeit von den geschickten und gut ausgerüsteten Hummeln. Dabei übernehmen die Hummeln neben der Bestäubung auch noch die Verbreitung eines bestimmten Hefepilzes, der die Verdauung der Pflanzen für unsere Weidetiere ermöglicht. Die sogenannte Kreuzhefe ermöglicht den Paarhufern bei der Verdauung den Aufbau des Futtereiweisses. Ist das nicht verrückt?
  • Vortrag NABU vom Samstag, 13. Januar 2018, Lörrach-Tüllingen

Internet:

Print:

  • Broschüre Hummeln. Unersetzliche Helfer, Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

Unsere Kreuzspinne Cornelia

Unsere Kreuzspinne Cornelia

In jedem Jahr siedelt sich im Frühling oder Sommer an unserem Küchenfenster eine Kreuzspinne an. Sie webt ihr Netz vom einen Rahmenende des Fensters zum anderen und fängt darin Fliegen, Stechmücken und Fruchtfliegen ein, welche sich in der Küche verirrt haben. Wir nennen die Kreuspinnenladies jeweils Cornelia.

Leider ist die letztjährige Cornelia Anfang Februar verstorben. Wir fragten uns also, wie lange die diesjährige Cornelia leben wird. Wir pflegen sie, indem wir sie regelmässig mit einem Wasserzerstäuber ein wenig benetzen und ihr tote Fliegen in das Netz werfen. Mitte Dezember hat Cornelia jedoch den Netzbau eingestellt und sich am oberen Rand des Fensters zurückgezogen. Nun wollen wir etwas über das Leben der Kreuzspinnen erfahren, denn es steht die Frage im Raum: Wie überleben die Kreuzspinnen draussen den Winter und was sind die Lebenszyklen?

Die Kreuzspinne als „zweijährige Pflanzen“
Im August werben die männlichen Kreuzspinnen um das Weibchen, in dem sie einen Werbungsfaden an das Netz des Weibchens heften. Am Zupfen des Männchens erkennt das Weibchen, dass es sich um einen Werber handelt und wenn sie paarungsbereit ist, paart sie sich mit dem Männchen, oder frisst es allenfalls auf. Ich kann mich erinnern, dass im Sommer einmal ein Männchen (es ist kleiner und schmaler) auf Besuch kam, aber es ist ziemlich schnell verschwunden. Wohin weiss ich nicht, aber ich denke, es endete als Beute. Der Arme! Im Herbst legt das Weibchen Eier, welche überwintern. Im Frühling schlüpfen die kleinen Spinnen und überwintern erneut, bevor sie im darauffolgenden Jahr geschlechtsreif werden.

Giftig?
Der Biss unserer heimischen Gartenkreuzspinne ist nicht gefährlich, kann aber schmerzhaft sein. Mein Grossvater erlitt einen Biss einer Kreuzspinne, welche ihm bei der Gartenarbeit ins Hemd gefallen ist. Es war nicht tragisch, da ich aber eine Spinnenphobie habe ist die Vorstellung nicht ganz angenehm. Zur bevorzugten Beute zählen alle Arten von Insekten, welche sich im Netz verfangen und danach mit einem Biss gelähmt, mit einem Faden als Puppe verpackt und anschliessend mit einem Verdauungssekret für das Aussaugen präpariert werden. Keine schöne Sache, aber zum Zuschauen ist es immer wieder spannend: die Spinne agiert im eigenen Netz so geschickt und vollführt beim Einpuppen der Beute ein kleines Tänzchen.

Das Netz
Was die Kreuzspinne klar der Ordnung Webspinnen (Araneae) und der Familie Radnetzspinnen (Araneidae) angliedert ist ihr wunderschönes, rundes Fangnetz. Wenn ich mitten in der Nacht in die Küche gehe und Cornelia spinnt ihr Netz neu, dann ist das ein wirklich sehenswertes Ereignis! Woher weiss sie, was zu tun ist? Dabei kann die Spinne mit ihren Spinndrüsen unterschiedliche Fäden herstellen: zum Beispiel ganz feine für die Eierkokons der Kinder, aber auch ganz stabile für das Netz und natürlich die feineren, klebrigen Fäden, an welcher die Beute haften bleiben soll.

Der Netzbau ist ganz durchstrukturiert und beginnt in der Natur meist mit einem Brückenfaden, der mit Hilfe des Windes an einer geeignete Stelle andockt. Ausgehend von diesem horizontal angelegten Faden, erfolgt ein Senkrechter, der dem so entstandenen Grundmuster die Form eines „Y“ gibt. Vom Zentrum dieses „Y“ wird nach dem Grundbau der Speichen und Rahmen nun zuerst eine Hilfsspirale aufgebaut und danach folgt der Aufbau der Fangspirale, welche gleichzeitig den Abbau der Hilfsspirale beinhaltet. Für den Netzbau benötigt die Spinne ca. 20 Meter Faden.

Was für eine faszinierende Leistung und was für ein besonderes Wesen!

PS: Seit gestern ist Cornelia spurlos verschwunden. Nach acht Monaten hat sie uns still und heimlich verlassen.

Insektensterben

Insektensterben

2017 ist in vielen Medien die Studie „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“ genannt worden, öfter mit dem Medienwirksamen Begriff „Insektensterben“. Die Studie belegt, dass – wie der Name der Studie bereits verrät – in den letzten 27 Jahren die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten über 75 Prozent abgenommen hat. Dies sind – nicht nur aus meiner Sicht – beängstigende Neuigkeiten. Da ich keine Biologin bin, lässt es einem die Auswirkungen auf unterschiedlichste Gebiete nur erahnen. Aber selbst dieser Blick eines Laien erscheint unheimlich bedrohlich: Insekten als Nahrungsgrundlage für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Insekten als Gesundheitspolizei. Insekten als Bewohner und Produzenten des Humus. Insekten als Bestäuber. Insekten als Wunderwesen, man denke nur an die bezaubernden Falter und Schmetterlinge. Was geschieht, wenn diese in so hohem Masse verschwinden?

Hier der Link zur Studie. Empfehlenswert ist der Abschnitt „Discussion“.

Macht man sich bewusst, dass in der Studie nur Schutzgebiete monitoriert wurden, so kann sich wohl jeder selber ausmalen, wie es in Gebieten der konventionellen Landwirtschaft um die Insektenfauna bestellt ist. Im Übrigen formuliert die Studie laut NABU noch keine Gründe über den dramatischen Rückgang. Da sich neben den Schutzgebieten jedoch zumeist Anbauflächen für konventionellen Landbau befinden, kann die Ursache „Pestizide“ etc. zumindest stark in den Fokus gerückt werden. Besonders störend: die Landwirtinnen und Landwirte, welche ihre Flächen direkt neben Schutzflächen bewirtschaften, müssen, so weiter im Bericht der NABU, bisher keinerlei Bedingungen zugunsten der Schutzflächen einhalten.

Als Gärtnerin gehören für mich die Insekten zum Gartenerlebnis dazu. Alles was krabbelt, kriecht, fliegt und wühlt wird voller Faszination beobachtet und immer drängt mich die Frage: Was ist dessen Aufgabe im System des Grossen? Wie in jedem Jahr möchte ich sie wahrnehmen: die Fauna in meinem Garten. Aber in diesem Jahr noch ein wenig intensiver. Und immer in der Stillen Hoffnung, dass meine Enkel nicht meine Fotos benötigen, um zu recherchieren, wie ein Marienkäfer ausgeschaut hat…

Ebenso bin ich gespannt beim Einlesen zu erfahren, was man als Gärtner und Geniesser zur Unterstützung der Insekten alles im kleinen Rahmen tun kann. Ich hoffe, dass ich den einen oder die andere damit etwas anstecken kann.

Was kann jeder tun?

Hier schon einmal einige Empfehlungen unter anderem aus dem Buch „Der Naturgarten“:

Im Garten:

  • heimische Bäume, Sträucher und Stauden bevorzugen
  • Flächen sinnvoll nutzen: eine Wildblumenwiese anstatt Rasen, eine Mauer mit Efeu überwuchern lassen etc.
  • Kostbare Biotope zulassen/fördern: Steinhaufen, Totholzhaufen, offene Sandflächen
  • Im Jahresverlauf die Insekten nicht vergessen: Überwinterung (Stauden erst im Frühjahr schneiden), ganzjährig blühende Nahrungsquellen, Unterschlupf und Nisthilfen
  • niemals Insektizide oder sonstige Gifte verwenden

Allgemein:

  • Keine Produkte aus konventionell Hergestellter Produktion kaufen, sondern Gemüse, Früchte, Milchprodukte, Fleisch, kosmetische und Haushaltsprodukte aus biologischer oder biodynamischer Produktion kaufen.

Internet:

Buch:

  • Der Naturgarten, Bärbel Oftring, blv, 2013

Schattenbeete unter Bäumen

Schattenbeete unter Bäumen

Bedingungen unter den Bäumen

Im Sommer bieten die wunderschönen, alten Bäume, welche an unseren Garten grenzen angenehmen Schatten. Eine farnblättrige Buche und ein Feldahorn drängen sich viel zu eng aneinander. Daneben steht ein Weissdorn mit einer unglaublich stattlichen Höhe von ca. 9 Metern. Das rascheln der Blätter im Wind und wie sie das ganze Jahr Lebensgrundlage vieler Vögel sind – einfach unersetzlich.
Jedoch bereitet die Bepflanzung unter den Bäumen einige Mühen. Man ist in der Auswahl der Stauden und Sträucher eingeschränkter, als an anderen anspruchsvollen Orten:

  1. Es gibt nur wenig Sonnenlicht – kaum einmal direkte Sonne
  2. Es ist trocken, da das dichte Blätterdach den Regen abhält
  3. Die Konkurrenz im Erdreich ist beträchtlich: die Bäume breiten sich je nach Art mit einem dichten Wurzelwerk im Boden aus. Somit ist neben der Feuchtigkeit auch der Nährstoffgehalt knapp.

Was wächst da überhaupt?
Bisher wuchsen im Frühling unter den Bäumen  Pflanzen, welche sich üblicherweise auch am Waldrand finden. Allen voran der Bärlauch, der sich – durch die schwierigen Bedingungen für andere Pflanzen – ohne Konkurrenz viel zu dicht ausbreiten konnte. Einige Buschwindröschen und einige Wildstauden, wie zum  Beispiel das Nelkenwurz, komplettierten die nicht sehr abwechslungsreiche Sammlung.

Erste Versuche in Weiss
Vor zwei Jahren errichtete ich mit Saschas Hilfe einen knöchelhohen Weidezaun und setzte in das entstandene Beet einige Pflanzen ein: ein Busch, welcher für den Garten meiner Eltern zu gross gewachsen war fand prominent Asyl. Ich setzte Stauden, wie zum Beispiel Herbstanemone, Astilben, Christrosen und Zwiebeln von weissen Narzissen und Tulpen. Ebenso setzte ich eine weisse, einmal blühende Rambler-Rose. An den aller sonnigsten Platz setzte ich eine weisse Pfingstrose. Leider schienen auch die Pflanzen, welchen ich ein extra grosses Pflanzloch gegraben hatte und mit guter Erde verwöhnt nach einem Jahr zu darben. Ich musste mich entscheiden: Beet abräumen und den spärlichen Wuchs unter dem Baum ertragen, oder nochmals der Sache auf den Grund gehen. Ich entschied mich nach langem Überlegen: ein neues Experimentierfeld zu eröffnen.

Nun geniessen wir das Beet bis die ersten Blätter es bedecken. Wir sind gespannt auf die Entwicklungen in den kommenden Jahren.
Schattenbeete unter Bäumen 307
Das einzige was im Frühling durch den dicken Bärlauchbewuchs durchstösst sind die Tulpen und die tapfere Bergenie.

Eine Entdeckungstour ins Erdreich

So gruben wir alle noch lebenden Stauden aus und untersuchten, was ihnen das Leben schwer machte. Bald wurde mir eines klar: dort wo ich mit kompostversetzter Erde und Hornspänen das Pflanzloch aufgebessert hatte, war ein dichter Wurzelpelz zu finden. Die Bäume hatten die nährstoffreiche Erde als Buffet schnell erobert. Unglaublich und faszinierend, wie sich die feinen Baumwurzeln in nur zwei Jahren durch die Erde geschoben hatten! Die Wurzeln der Stauden selbst konnten sich nicht entwickeln, waren richtiggehend im Würgegriff des Wurzelgeflechts gefangen. Irgendwie ein brutaler Anblick und mir wurde klar, was mit der Beschreibung „Wurzelkonkurrenz“ gemeint sein könnte.

Folgende Parameter waren zu ändern:
1. Die Wurzeln der Stauden sollen vor den Wurzeln der Bäume durch eine Barriere geschützt werden.
2. Es soll sich mehr Feuchtigkeit im Boden erhalten.
3. Die Erde muss fruchtbarer sein, so dass  gerade bei wenig Sonnenlicht die Versorgung durch Nährstoffe gegeben ist.

Ein Plan muss her
Nach einigen Tagen des Grübelns hatte ich mich für die Umsetzung einer Idee entschieden:

  1. Mit einem Gewebe eine Wurzelsperre erstellen.
  2. Mit Hilfe des Gewebes die Feuchtigkeit besser im Boden halten, ohne Staunässe zu generieren.
  3. Die Erde  mit einem Sieb vom Wurzelfilz und den hunderten Bärlauchzwiebeln reinigen.
  4. Die Erde auflockern und mit guter Erde durchmischen.

Als Gewebe verwendete ich alte Duschvorhänge, welche nicht plastifiziert sind, sondern das Wasser durchlassen. Natürlich hoffe ich, dass die Duschvorhänge nicht irgendwelche Substanzen an den Boden abgeben. Es handelt sich aber um wirklich alte Duschvorhänge, welche schon einige male gewaschen wurden.

Zur Umsetzung der Idee
Wir benötigten für die Umsetzung ungefähr 6 Stunden, da das einbringen der ca. 40 cm tiefen Gruben ein Kraftakt war: die feinen Wurzeln und die extrem trockene Erde machen das Graben beschwerlich. Wir haben Rücksicht auf grosse Wurzeln des Baumes genommen, denn schliesslich lässt sich so ein Vlies sehr gut an eine unregelmässig Untergrund anpassen. Hier eine Bildabfolge mit Kommentaren.

Pflanzplan

Für die Bepflanzung habe ich Pflanzen bevorzugt, welche an einen halbschattigen oder schattigen Standort gewöhnt sind. Wieder sollen helle Pflanzenblüten und attraktive Blattstrukturen die Attraktivität ausmachen.

Schattenbeete unter Bäumen 308

1 Funkie ‚Orange Marmalade‘, hosta x cultorum ‚Orange Marmalade‘
2 Bauernhortensie mit weissen Blüten
3 Zwerg-Pampagras, cortaderia selloana „Evita“
4 Federborstengras
5 Bergenie
6 Wurmfarn
7 Japananemone, anemona japonica
8 Erika – Glockenheide, erica gracilis
9 Heuchera ‚Amber Lady
10 Akelei
11 Purpurglöckchen, heuchera micrantha
12 Felberich „Autumn Snow“, lysimachia
13 Helleborus x hybridus „SP Lily“ (aus der Serie Helleborus Gold Collection)

14 Heuchera
15 Mahagoni Günsel
16 Heuchera „Silver Scrolls“
17 Lampenputzergras „Hameln“, pennisetum alopec.
18 Heuchera „Forever Purple“
19 Heuchera
20 Astilbe (Produzent: Hans van der Meer)
21 Kerzenknöterich
22 Rambling Rector (Quelle: Landhaus Ettenbühl)
23 Hanfpalme
24 Fasanenspiere
25 Pfingstrose, paeonia lactiflora
An diversen Standorten:
– Traubenhyazinthe, muscari botrytoides Album
– Anemone de Caen „The Bride“

Schlusswort

Ich finde es  grundsätzlich nicht sinnvoll künstlich Bedingungen zu schaffen, nur damit man überall seine Wunschbepflanzung umsetzen kann. Gerade die unterschiedlichen Ökosysteme generieren ja die Vielfalt in der Natur und machen jeden Garten einzigartig. Dennoch ist es für mich ein spannendes Experiment zu schauen, ob mit dem geringfügigen Eingriff des Vlieses eine Bepflanzung mit einem grösseren Pflanzenspektrum an einem sehr unwirtlichen Ort möglich ist. Ich bin gespannt auf die Entwicklung und freue mich schon jetzt auf den Frühling. Ans Scheitern ist man ja zum Glück als Gärtner schon ziemlich gewöhnt 😉

Aztekenbeet – Idee & Vorbereitung

Aztekenbeet - Idee & Vorbereitung

Dank meiner Freundin Monique Burnand bin ich auf das Thema „Aztekenbeet“ gestossen. In einem ersten Beitrag geht es mir darum zu zeigen, was ein Aztekenbeet ausmacht und wie Monique das Projekt in ihrem Garten anpackt.

Inspiration aus den Ferien
Wie kam Monique überhaupt auf die Idee ein solches Beet anzulegen? Auf der Insel Dominica in der östlichen Karibik hat Monique diese Form des Gemüseanbaus miterlebt, denn dort wird die ursprüngliche Form dieser Anbaumethode noch gepflegt. Nach einer Brandrodung, in welcher zur Steigerung der Fruchtbarkeit des Bodens, möglichst viel Pflanzenmaterial verbrannt wird, werden zur Nahrungsmittelgewinnung in einer Mischkultur Mais, Kürbis und Feuerbohne angepflanzt. Nach einigen Anbaujahren folgt meist zur Erholung des Bodens eine Ruhephase.

Die Mischkultur der drei Pflanzenarten ist sehr effektiv, denn sie begünstigen sich gegenseitig durch ihre Eigenschaften. Diese positive Begünstigung kann man sich auch im Garten zu Nutze machen. Dabei kann man auf die Brandrodung zum Glück verzichten, denn dank nährstoffreicher Erde – zum Beispiel durch Beigabe von Kompost und Hornspänen – erhalten wir für die Pflanzen eine gute Wuchsgrundlage. In den Ursprungsländern, der Karibik und Mittelamerika, profitieren Kürbis, Mais und Feuerbohne vom milden, sonnenstarken Klima. Durch Anzucht der Maispflanzen auf der Fensterbank und der Auswahl eines sonnenexponierten Beetes, lässt sich jedoch auch dieser Unterschied ausbügeln. Das erhofft sich auf jeden Fall Monique in ihrem Experimentierfeld „Aztekenbeet“ im Jahr 2016, das ich gespannt verfolgen werde.

Einige Gedanken zur Vorbereitung
Monique hat sich entschieden das Aztekenbeet in Form eines Hochbeetes anzulegen. Da das Hochbeet in Treppenform vorliegt, nutzt es die Sonne zur Erwärmung besonders optimal aus. Und das ist sehr wichtig, denn Mais, Kürbis und Feuerbohne benötigen viel Sonnenlicht, um gut gedeihen zu können. Das Substrat kann Monique im Hochbeet optimal für die Bewohner zusammenstellen und dies bedeutet in unserem Fall folgendes: Das Aztekenbeet muss zwei Starkzehrer, nämlich den Kürbis und den Mais, mit vielen Nährstoffen versorgen. Somit brauchen wir lockere, nährstoffreiche Erde. Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus L.) zählt zu den Mittelzehrern und kommt dank geringerem Nährstoffbedarf neben den anspruchsvollen Nachbarn gut zurecht. Wer wie Monique eine neues Hochbeet anlegt, beginnt am besten sehr früh mit dem Sammeln von Strauchschnitt und sonstigem Füllmaterial – auch in eine kleines Hochbeet passt sehr viel Material hinein.

Die drei Schwestern
Die drei Schwestern ist eine andere Bezeichnung des Aztekenbeetes. Dieser Name weist auf das optimale Zusammenspiel der drei Pflanzenarten hin: Der Mais dient der Feuerbohne in erster Linie als Rankgerüst. Mit den stark ausgebildeten Wurzeln soll der Mais zudem zur Lockerung des Bodens beitragen, was vor allem bei der mehrjährigen Kultur eines Beetes zum Tragen kommt. Die Bohne wiederum stabilisiert beim Umranken die Maispflanzen und als Leguminose bindet sie an ihren Wurzeln mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff, welchen die beiden Starkzehrer Mais und Kürbis gut gebrauchen können. Der Kürbis als dritte Mitspielerin beschattet den Boden und sorgt dafür, dass die Erde nicht brach liegt. Diese Art der Mischkultur bringt somit allen Beteiligten Vorteile. So viel zur Theorie: ich bin mächtig gespannt, was für Ergebnisse das erste Erntejahr bei Monique bringen wird.

Timing beim Pflanzen
Was beim Anlegen des Beetes beachtet werden muss, ist, dass die drei Pflanzengruppen im richtigen Rhythmus gepflanzt werden. Monique hat den Mais im April auf der Fensterbank angesät und bringt ihn nun in der zweiten Maiwoche in das Beet ein. Den Kürbis hat Monique als Jungpflanze in einer Gärtnerei bezogen und pflanzt ihn zusammen mit dem Mais. Die Feuerbohne kommt bei stabiler Wetterlage direkt als Bohne ins Beet. Würde man die Bohne zu früh, oder vorgezogen einpflanzen, könnte sie den Mais überwuchern und somit den harmonischen Wuchs der drei Schwestern negativ beeinträchtigen.

Aztekenbeet zusammengefasst

Ursprung
Das Aztekenbeet ist eine Anbauform, welche in Mittelamerika seit jahrhunderten betrieben wurde und teilweise noch betrieben wird. Kennzeichnend ist, dass der Boden durch eine Brandrodung (Anreichern durch Mineralstoffe) vorbereitet wird und anschliessend der Anbau der drei Pflanzen Mais, Kürbis und Feuerbohne erfolgt. Nach einer intensiven Nutzung erfolgt eine Zeit der Brache.

Substrat
Im Garten können wir dank der Wahl von fruchtbarer z.B. durch Kompost gedüngte Erde, auf die Brandrodung verzichten 🙂

Pflanzenwahl
Bei der Mischkultur ist auch im Garten das erfolgreiche Zusammenspielen der drei Pflanzenarten Mais, Kürbis, Feuer- oder Stangenbohne vorhanden. Bei der Wahl der jeweiligen Sorte ist man frei zu experimentieren.

Standort
Es sollte ein vollsonniger Ort gewählt werden.